Van Ham

Russen auf Rekordjagd

Nicht nur ein dynamisches Reiterbild mit schmucken Leibhusaren erlebte bei Van Hams Auktionsserie mit Alter Kunst heftige Bietgefechte. Auch auffallende Uhren, feine Möbel und ein Altarbild waren begehrt.
  • Stefan Kobel
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Starker Preis für die Schimmelparade von Zar Alexander II. (Ausschnitt). Das Panoramabild von Russlands bestem Pferdemaler Svertchkov kostete bei Van Ham 489 500 Euro. Quelle: Van Ham

Starker Preis für die Schimmelparade von Zar Alexander II. (Ausschnitt). Das Panoramabild von Russlands bestem Pferdemaler Svertchkov kostete bei Van Ham 489 500 Euro.

KÖLN. Die russischen Käufer haben sich Van Hams Auktion von Alter Kunst und Kunstgewerbe vom 19. bis 21. November kraftvoll zurückgemeldet. So schnell, wie sie mit Beginn der Krise abgetaucht waren, sind sie jetzt wieder da, allein halbes Dutzend im Saal. Vor allem die Händler deckten sich ein, bevor die Preise wieder anziehen. Ihre Finanzkraft spielten die Russen bei den Gemälden aus, überraschenderweise auch bei den Alten Meistern. Ein dem Brüsseler Meister des Heiligen Blutes zugeschriebenes Triptychon (dreiteiliger Flügelaltar) mit einer Beweinung Christi ließ sich so von 65 000 auf 183 000 Euro (brutto) steigen. Zwei eigens angereiste Landsleute im Saal machten das Gefecht um das Toplos unter sich aus. Bis auf 489 500 Euro trieben sie die auf 95 000 Euro geschätzte großformatige "Ausfahrt des Leibhusarenregiments" von Nikolai Egorovich Sverchkov. Das ist nach damaligem Kurs genauso viel wie und nach heutigem fast ein Drittel mehr als der 2004 in London erzielte Auktionsrekord des Künstlers.

Zu den wenigen, die der russischen Potenz Paroli boten, gehörte der notorische Auftragsbieter für einen griechischen Sammler. Er erstritt sich das nach zehn Jahren zum zweiten Mal bei Van Ham angebotene farbenfrohe Gemälde "Frühlingsfest der Flora vor der Akropolis" von Ferdinand Leeke. Jetzt bezahlte er allerdings mit 76 500 Euro das Zehnfache des damaligen Preises und darf sich erneut mit einem Preisrekord schmücken. Ebenfalls einen Höchstpreis handelten zwei Belgier unter sich aus, die eine Gent-Ansicht von François Jean Louis Boulanger von 22 000 auf 92 500 Euro trieben.

Beim Kunstgewerbe verhalfen russische Bieter dem Haus sogar zum besten Ergebnis, das es in dieser Sparte je erzielt hat. Knapp 1,6 Mio. Euro brutto spielten die höchstens mittelpreisigen Lose ein. Am teuersten wurde mit 66 250 Euro inklusive Aufgeld eine Pendule au Sanglier von mit einem Gehäuse in Wildschweinform (Taxe 35 000), die an einen französischen Bieter ging. Regen Zuspruch fanden Objekte aus der Sammlung des Stuttgarter Architekten Max Meid, vor allem die gut erhaltenen Möbel. Ein Rokoko-Schreibschrank (Ergebnis 42 500/Taxe 15 000 Euro) und ein Biedermeier-Schreibtisch aus dem von Joseph Dannhauser (Ergebnis 35 000/Taxe 2 500 Euro) gingen nach Österreich. Insgesamt nahm das Kölner Unternehmen an drei Tagen knapp 4,1 Mio. Euro ein, rund 10 Prozent weniger als im Vorjahr.

www.van-ham.com

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