Van Ham
Warhol aus dem Möbelhaus

Die Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst im Kölner Auktionshaus Van Ham wartet mit berühmten und weniger bekannten Künstlern auf. Das Angebot ist ungewöhnlich. Das Top-Los ist ein Werk von Andy Warhol.
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KÖLN. Gut sortiert und mit einem eher ungewöhnlichen Angebot geht Van Ham in Köln am 2. Dezember in seine Herbstauktion mit moderner und zeitgenössischer Kunst. Das Toplos der Veranstaltung mit einer unteren Schätzpreissumme von 5,2 Mio. Euro wird erst kurz vor Schluss aufgerufen: Andy Warhols Gemälde "Holstentor", das er 1980 anlässlich einer Ausstellung in Lübeck schuf.

Die Schau vor 30 Jahren fand allerdings weder in einem Museum noch in einer Galerie statt, sondern im Möbelhaus des kunstbegeisterten Heiner Reese, der mit dem Bonner Galeristen Hermann Wünsche zeitgenössische Kunst in die Hansestadt brachte. Zu diesem Anlass fertigte Warhol vier farblich unterschiedliche Versionen des Holstentores aus der Reihe "Monumenta Germaniae", zu der ebenfalls der Kölner Dom und der Hamburger Michel gehören. Der Möbelhändler kaufte selbst ein Exemplar, das heute in der Lübecker Kunsthalle St. Annen zu sehen ist. Bei der Akquise des popigen Leinwandgemäldes hatten die Kölner vermutlich größere Konkurrenz, denn das Auktionshaus versucht es mit einem Schätzpreis von strammen 500 000 bis 800 000 Euro.

Mehr Luft nach oben bietet die Taxe von 200 000 bis 300 000 Euro, die für das abstrakte Bild "641/1" von Gerhard Richter erwartet werden. Sehr viel Kunst fürs Geld wartet im öffentlichen Raum bei Frankfurt auf einen Käufer. Vier Meter hoch sind die "Großen Ringer" von Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff von 1987/88. 80 000 bis 120 000 lautet der Schätzpreis - Transport nicht inbegriffen.

Unvermutet findet sich im Katalog mit der Lampe "Chandelier VorteXX" von Zaha Hadid auch ein Design-Objekt aus einer 25er-Auflage (120 000 bis 160 000 Euro).

Zu den Highlights Moderne gehören nicht einmal die teuersten Werke der Abteilung. Dazu gehört eine "Paysage avec château" von Henri Rousseau (160 000 bis 180 000 Euro). Viel interessanter ist etwa eine Ansicht von "Chogeall?s Palau" von Hermann Max Pechstein, das für 100 000 bis 120 000 Euro angeboten wird.

Außergewöhnlich ist ein Bronze-Bozzetto zu Paul Landowskis monumentaler Gruppe "Söhne des Kain", die in den Pariser Tuilerien steht. Die Wohnzimmer-Version ist auf 50 000 bis 80 000 Euro taxiert. www.van-ham.com

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