Kultur + Kunstmarkt
Vernetztes Zeichnen: Computer-Kunst auf der Wäscheleine

Der Hund, der den Mond anbellt, hat als Kunstmotiv ausgedient. Der mit der Maus am PC kreierte blaue Wolfshund bellt ein schwebendes Netz an. Der Hund und bislang 100 weitere Computer-Zeichnungen hängen auf einer stählernen Wäscheleine in der Städtischen Galerie Delmenhorst.

dpa DELMENHORST. Der Hund, der den Mond anbellt, hat als Kunstmotiv ausgedient. Der mit der Maus am PC kreierte blaue Wolfshund bellt ein schwebendes Netz an. Der Hund und bislang 100 weitere Computer-Zeichnungen hängen auf einer stählernen Wäscheleine in der Städtischen Galerie Delmenhorst.

In der noblen Jugendstilvilla wird die Ausstellung „Zeichnung vernetzt//Drawing links“ verbunden mit einem Aufruf an jedermann, sich bis 31. Oktober an der ersten deutschen Online-Galerie zu beteiligen.

Zehn internationale und nationale Positionen der „neuen Zeichnung“ hat Galeristin Barbara Alms vereint. Damit wird die Galerie wieder einmal ihrem überregionalen Ruf als kleine aber feine Adresse für Ausstellungen mit ungewöhnlichen aktuellen Inhalten und Gegenüberstellungen gerecht. Zu den Künstlern, die sich der Neuen Medien bei der Ausübung des ältesten Kunstmediums Zeichnung bedienen, gehören der Südafrikaner William Kentridge mit seinen berühmten gezeichneten Videofilmen und der Niederländer Marcel van Eeden, der seine täglichen Zeichenproduktionen von Motiven aus alten Magazinen und Filmen ins Internet stellt.

Der Bremer Wolfgang Zach benutzt einen Roboter zur Bearbeitung der Fotografien seiner Partnerin Anna Solecka. „Wir bewegen uns hier jenseits der etablierten Kunst“, betont Alms. Die Galeristin kennt natürlich das Naserümpfen über Kunst, die sich derselben technischen Mittel bedient wie die Werbung. „Wir stellen zur Diskussion, ohne die Kunstkeule zu schwingen“, umschreibt sie den Verzicht auf jeden Ansatz einer Bewertung.

Das gilt vor allem auch für die Arbeiten der Internet-Aktion. Unter www.zeichnungsprojekt.de steht die Online-Galerie allen Interessierten offen. Bereits in der ersten Ausstellungswoche sind fasst 100 Arbeiten ins Netz gestellt und ausgedruckt an die Wäscheleine gehängt worden. Dabei fühlen sich offensichtlich nicht nur kritiklose Computer-Freaks angesprochen. „Das Netz ist der Horror“, lautet eine Botschaft. Zur Ausstellung ist ein Katalog in deutscher und englischer Sprache (96 Seiten, 16 €) erschienen.

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