Verpasste Liebe - Von Florian Gallenberger
Neu im Kino: "Schatten der Zeit"

Florian Gallenberger ist 33 Jahre jung und hat schon einen Oscar: für seinen Kurzfilm "Quiero ser" (2001). Der spielte auf den Straßen von Mexico City. Seinen ersten langen Spielfilm (Helmut Dietl produzierte) drehte er ebenfalls weitab von Deutschland: in Kalkutta, Indien.

Die Geschichte einer Liebe wird erzählt, in der Form eines Melodramas. Man kann sich das in etwa so vorstellen, als hätte Douglas Sirk, der große Hollywood-Melodramtiker, in Bollywood gedreht. Schöne Bilder, kräftige Farben, einschmeichelnde Musik, sehenswerte Schauspieler: Das verführt zum Hingucken. Die Geschichte beginnt, als die beiden Protagonisten Ravi und Masha noch Kinder sind, im Indien vor der Unabhängigkeit. Die beiden arbeiten in einer Teppichfabrik, mit dem ersparten Geld wird Ravi Masha davor bewahren, als Sklavin verkauft zu werden. Die Geschichte endet sechs Jahrzehnte später, da sehen sich die beiden noch einmal in der längst stillgelegten Fabrik.

Es ist, und das ist der Trick des Films, die Geschichte einer verpassten Liebe, einer Liebe, die von widrigen Umständen und vom eigenen fehlenden Mut verhindert wird, haarscharf zielen die beiden immer wieder aneinander vorbei. Dass sich dies über Jahrzehnte hinzieht, stellt die Regie und die Schauspieler vor große Anforderungen - die Florian Gallenberger mit einer ausgefeilten Erzählweise in Rückblenden gut in den Griff gekriegt hat. Das Melodrama funktioniert. Nehmen Sie ein Taschentuch ins Kino mit.

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