Verurteilter Kunsthändler Helge Achenbach
„Habe an Selbstmord gedacht“

Seit Juni 2014 sitzt der einst schillernde Kunstberater Helge Achenbach in Untersuchungshaft. Jetzt hat er erstmals ein Fernsehinterview geben dürfen. Darin spricht er auch über Selbstmordgedanken – und Zukunftspläne.

DüsseldorfDer seit über 15 Monaten inhaftierte prominente Kunstberater Helge Achenbach (63) hat anfangs an Suizid gedacht. „In den ersten Tagen war es wirklich ein Albtraum. Da habe ich oft an Abschied und Selbstmord gedacht“, sagte Achenbach in einem Interview des Fernsehsenders N-TV, über das die „Bunte“ vorab berichtete. Das im Essener Untersuchungsgefängnis geführte Interview wird am kommenden Mittwoch (30.9.) ausgestrahlt.

Achenbach war im März wegen Millionenbetrugs an dem 2012 gestorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Außerdem soll er 19,4 Millionen Euro Schadensersatz an die Albrecht-Familie zahlen. Beide Urteile hat er angefochten. Der einst angesehene Kunstberater war im Juni 2014 festgenommen worden. Die Kunstbestände seiner insolventen Firmen wurden inzwischen versteigert.

Er habe Hilfe beim Gefängnispfarrer, Psychologen und Beamten der Haftanstalt gesucht, sagte Achenbach über den Beginn seiner Haftzeit. Im Gefängnis putze er Toiletten, wasche Sporttrikots, singe im Gefängnis-Kirchenchor und helfe bei der Essensausgabe. Sonntags besuche er den Bibelkreis und schreibe an seinen Memoiren. „Ich fühle mich als Krimineller im Gefängnis zwischen unterschiedlichen Kriminellen“, sagte Achenbach.

Für die Zukunft hat er auch schon Pläne: Freunde wollten ihm helfen, in Düsseldorf eine alte Halle anzumieten - „so ein paar hundert Quadratmeter groß“. Dort wolle er dann junge Künstler zeigen - und ihre Werke auch verkaufen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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