Verziert mit Edelmetall
Goldener Aufschlag

Getunte Tennisschläger gehören längst zum Alltag der Tennisprofis. Die modernen Hightechgeräte werden immer leichter und gleichzeitig immer preiswerter. So wogen die Schläger der Williams-Schwestern, die beim traditionsreichen Turnier in Wimbledon zum Einsatz kamen, unbespannt nur 272 Gramm - verziert mit einer Lage 22 Karat Gold.

200 Kilometer pro Stunde. Um so schnell zu werden braucht ein Porsche Carrera GT gute 10 Sekunden. In 10 Sekunden hat Venus Williams eine Filzkugel auf die gleiche Geschwindigkeit gebracht. Und gleich zwei neue Bälle aufgenommen für den nächsten Hammer-Service mit wieder rund 200 Stundenkilometern. So geschehen in Wimbledon, wo sie mit 203 km/h servierte und selbst den Matchball mit Tempo 200 verwandelte.

2003 hatten australische Wissenschaftler sogar einen Tennisschläger aus Kohlenstoff-Nanoröhren erfunden, der zehnmal stabiler als ein normales Modell sein sollte – bei gleichem Gewicht. Seinerzeit hätte die Produktion noch drei Millionen australische Dollar gekostet. Das Fraunhofer-Institut hat es mittlerweile geschafft, die Nanoröhren-Technologie für Massenfertigung nutzbar zu machen. Der Völkl DNX 1 Power Arm, ausgestattet mit Nano-Werkstoffen, wiegt entsprechend lediglich 250 Gramm. 25 Gramm mehr bringt Dunlops Aerogel-Schläger auf die Waage. Aerogele sind extrem poröse Werkstoffe, und eine Variante davon hält laut Guiness-Buch den Weltrekord als leichtester Feststoff. Vor ein paar Jahren hätte noch niemand geglaubt, dass das in der Damen-Tenniswelt möglich wäre. Und man ist geneigt, an leistungssteigernde Mittel zu denken – womit das für das Spielgerät sicher gilt. Die Tennishersteller basteln und forschen an Schlägerformen, die nur eines wollen: den Ball mit maximaler Wucht hinauskatapultieren. Größere Ösen, entkoppelte Schlägerköpfe oder flexende Rahmenstücke sollen die Beschleunigung des Balles und die Kontrolle erhöhen. Und am Gewicht wird getunt, als gelte es, Badminton zu überflügeln.

Das Arbeitsgerät von Venus Williams verwendet das Nanomaterial Karophite und wiegt unbespannt 272 Gramm. Beide Wilson-Schwestern spielen seit Wimbledon mit der neuen Technologie. Beginn der Saison mit der neuartigen Gerätschaft, und der Schlägerhersteller wird nicht müde zu betonen, dass sie beide ja in diesem Jahr ihr Revival erlebt haben. Und deshalb haben sie zu Wimbledon eine Edelversion verpasst bekommen – Venus in Weiß, Serena in Schwarz.

Eine Lage 22 Karat Gold wurde in den Schlägerkopf integriert. Technisch absolut unnötig. Aber dafür sehr mondän. Und da für mondäne Menschen heutzutage auch wohltätiges Engagement zum guten Ton gehört, werden handsignierte Williams-Schläger zu Gunsten der „Breast Cancer Research Foundation“ versteigert. Außerdem kommen je 650 der Goldschläger weltweit in den Handel.

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