Viele Akademiker aus Bagdad haben in der DDR studiert
Goethe-Institut Bagdad soll wiedereröffnet werden

Voraussichtlich Ende August wird eine Delegation des Goethe-Instituts gemeinsam mit Vertretern des Auswärtigen Amtes die Situation in der irakischen Hauptstadt in Augenschein nehmen und mit möglichen Partnern für die Kulturarbeit

HB/dpa MÜNCHEN. Das teilte das Goethe-Institut Inter Nationes am Freitag in München mit. „Wir dürfen nicht warten, bis alles funktioniert, sondern müssen bald tätig werden“, sagte Präsidentin Jutta Limbach.

Mit Blick auf die anhaltenden Sicherheitsprobleme in Bagdad verwies das Goethe-Institut auf die Arbeit in Afghanistan: „Auch unter prekären Bedingungen kann man durchaus einen Austausch etwa auf den Gebieten von Musik und Film in Gang bringen.“ Natürlich müsse dabei die jeweilige Sicherheitslage berücksichtigt werden. In Kabul wirke das Goethe-Institut mit großem Erfolg beim Aufbau von Bibliotheken mit, bei der Ausbildung von Filmemachern, Musikern und nicht zuletzt von Deutschlehrern. „Die europäischen Kulturinstitute könnten im Irak in besonderer Weise unterstützend beim Aufbau zivilgesellschaftlicher Strukturen wirken“, sagte Limbach.

Von 1959 bis 1968 gab es in Bagdad schon einmal ein Goethe- Institut, das von Intellektuellen, Künstlern und Studenten den Angaben zufolge rege genutzt wurde, aber auf Druck der irakischen Behörden geschlossen werden musste. Kurze Zeit, von 1960 bis 1962, unterhielt die deutsche Kultur- und Spracheinrichtung sogar eine Zweigstelle in Basra. Etwa 700 Studierende seien vor dem Krieg an der germanischen Fakultät in Bagdad eingeschrieben gewesen. Viele Akademiker hätten in der ehemaligen DDR studiert. Die Sympathien für Deutschland seien hoch, hieß es.

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