Villa Grisebach
Der Griff nach den Zeitgenossen

An vier Tagen versteigert die Villa Grisebach 1.438 Kunstwerke. Die Zeitgenössische Kunst ist mit zahlreichen Hauptlosen vertreten, expressionistische Malerei dagegen Mangelware. Insgesamt rechnet das Berliner Auktionshaus mit Einnahmen in Höhe von 17 Millionen Euro.
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BerlinDie zeitgenössische Kunst rückt bei den Auktionen der Villa Grisebach, Berlin, immer stärker nach vorn. In der benachbarten Fasanenstraße 27 ist jetzt ein funktionaler Auktionssaal hinzugekommen. Mit einer Auswahl von 92 seit den 1960er-Jahren in Deutschland entstandenen Kunstwerken, wird das neue, 400 qm große Auktionsdomizil am 28. November 2014 eingeweiht. Diese Abendauktion beginnt mit Arbeiten der Gruppe Zero, darunter die gefiederte Stahlstele „Joy“ aus den 1960er-Jahren von Heinz Mack (Taxe bis 80.000 Euro). Sie endet mit zwei Gemälden von Norbert Bisky.

Die 1970er- und 1980er-Jahre sind mit Hauptlosen von Georg Baselitz („Landschaft mit Rot“, Taxe bis 300.000 Euro) und Anselm Kiefer vertreten. Dessen mit einer Verszeile aus Paul Celans „Todesfuge“ bedecktes Strohbild „Dein blondes Haar, Margarethe“ ist auf 250.000 bis 350.000 Euro angesetzt. Arbeiten von Immendorff, Lüpertz und Penck umrahmen diese Werke.

Aussicht auf Wangerooge

Im Laufe des Abends kommen mehrere Arbeiten von Imi Knoebel, Thomas Schütte und Gerhard Richter unter den Hammer, allen voran Gerhard Richters mittels fotografischer Reproduktion eines eigenen Gemäldes entstandener Farboffsetdruck „Frau mit Kind“ von 2005, der mindestens 60.000 Euro einspielen soll. 80.000 bis 100.000 Euro werden für Neo Rauchs 1997 datiertes Ölbild „Kiosk“ erwartet.

Expressionistische Gemälde sind indes Mangelware. Das zeigt die Abendauktion am 27. November im Mutterhaus. Das teuerste Werk ist hier Max Beckmanns sturmbewegte Wangerooge-Ansicht von 1937, ein sprödes Bild, das im Exil entstand und mit der Provenienz Stephan Lackner punkten kann (800.000 bis 1,2 Millionen Euro).

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