Villa Grisebach
Genug Verführungspotential

Die Jubiläumsauktionen zum 25jährigen Geburtstag der Villa Grisebach sind reich bestückt. Zwei Jahrhunderte umspannt das Angebot inzwischen. Aus dem 20. Jahrhundert stehen marktfrische und bekannte Werke zu meist zurückhaltenden Schätzpreisen zum Verkauf. Mit dem 19. Jahrhundert betritt das Berliner Auktionshaus Neuland.
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Berlin.So viel Kunst gab es hier noch nie. In der Jubiläumsauktion der Villa Grisebach zum 25. Geschäftsjahr kommen vom 23. bis 26. November 1463 Lose unter den Hammer. Die mittlere Gesamtschätzung ist mit 22,6 Millionen Euro ebenfalls so hoch wie nie. Das Material ist in sechs Kataloge aufgeteilt, von denen einer im Haus an der Fasanenstraße Neuland betritt: 85 Lose des 19. Jahrhunderts eröffnen mit einem Sonderkatalog am 23. November den Jubiläumsreigen.

Das Angebot, das von Carl Gustav Carus und John Constable bis Christian Rohlfs reicht, ist eine feinsinnige Melange von Werken prominenter und regional bewährter Künstler, die von Florian Illies, dem neuen Gesellschafter des Hauses, zusammengestellt wurde. Da ist genug Verführungspotential vorhanden, denn viele Schätzungen für Arbeiten Berliner, Dresdner, Düsseldorfer, Hamburger oder Münchner Künstler bewegen sich im vierstelligen oder niedrigen fünfstelligen Bereich.

Zu den hoch dotierten Losen zählen die Daumier-Zeichnung „Mère et Enfant“ für 60.000 bis 80.000 Euro, zwei Landschaftsbilder von Carus bis 70.000 Euro und ein attraktives Panorama des Forum Romanum von Friedrich Nerly, das auf 50.000 bis 70.000 Euro geschätzt ist. Für eine feinfühlige Ölstudie zweier Offiziere auf dem Schlachtfeld von Adolph von Menzel werden 140.000 bis 160.000 Euro erwartet.

Superstar Emil Nolde

Die Abendauktion am 24. November beginnt mit Max Liebermann und endet mit Sigmar Polke. Sie bietet eine überzeugende Ausbeute dessen, was derzeit auf dem materialhungrigen Markt erreichbar ist. Unter den 69 meist zurückhaltend geschätzten Losen finden sich marktfrische und bekannte Werke wie das um 1909/10 datierte Apfelstilleben von Karl Schmidt-Rottluff, das im November 2004 im selben Saal 404.000 Euro erlöste und jetzt auf 400.00 bis 600.000 Euro geschätzt ist (Provenienz: Privatsammlung Berlin). Auch das Nolde-Stilleben „Sonnenblumen im Abendlicht“, das jetzt eine Taxe von 1,2 bis 1,5 Millionen Euro hat, war hier schon einmal im Rampenlicht. Im November 1996 wurde es einem Berliner Käufer  für 1,61 Millionen DM zugeschlagen. Mit nicht weniger als neun Aquarellen zu Taxen bis 150.000 Euro ist Nolde ohnehin Superstar der Auktion.

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