Villa Grisebach
Kunstfreunde in Spendierlaune

In seinem 25. Jahr hat das Auktionshaus Villa Grisebach qualitätvolle Kunstwerke aufgefahren, die starke Begehrlichkeit weckten und richtig Kasse machten.
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BerlinDie Voraussetzungen waren gut. Die Bankenkrise fördert den Trend zu alternativen Investitionen. Das zu versteigernde Material war gut und mit 1463 Objekten überreich. Die Logistik war ausgefeilt, somit hatten die Jubiläumsauktionen der Villa Grisebach in ihrem 25. Jahr eine noch breitere Publizität als sonst. So kann es kaum verwundern, dass in dem viertägigen Versteigerungsmarathon ein Umsatz der Superlative eingefahren wurde: brutto 28,4 Millionen Euro.

1319 Bieter aus 25 Ländern waren aktiv. Die Auktionsräume waren dicht gefüllt, es gab mehr Saalgebote als sonst. Auch wurde insgesamt beherzter und in größeren Preisschritten geboten. Die Auktionsserie begann am 23. November mit Kunst des 19. Jahrhunderts, die Florian Illies, der neue Gesellschafter der Firma, akquiriert hatte. Die 85 weitgehend marktfrischen Gemälde, Ölskizzen, Aquarelle, Zeichnungen und eine Skulptur wurden für 1,8 Millionen Euro abgesetzt.

Erwartungsgemäß teuer wurde mit 209.840 Euro brutto der auf maximal 70.000 Euro angesetzte Blick auf das Forum Romanum von Friedrich Nerly, eine Stadtansicht, die seit 1832 in Familienbesitz war. 122.000 Euro gab der Pariser Handel für die Kreidezeichnung „Mère et Enfant“ von Honoré Daumier aus, der in deutschen Auktionen meist nur mit Druckgraphik vertreten ist.

Landschaftsskizzen, eine Spezialität dieser Versteigerung, waren stark gefragt. So erzielte eine frühe englische Landschaft von John Constable gleich zu Beginn 70.700 Euro und eine winzige Ölarbeit auf Papier von Carl Blechen stieg dank süddeutschem Privatgebot von 15.000 auf 58.560 Euro. Menzels sprödes Soldatenbild fiel dagegen bei 100.000 Euro durch.

Dafür kamen die vorsichtig geschätzten Menzel-Zeichnungen in hohe Preisregionen. Moderat blieb mit 36 600 Euro nur die Vorstudie zu dem Hamburger Bild "Schleiferei in der Schmiede zu Hofgastein", während für einen „Mann mit Hut“ knapp 83.000 Euro bewilligt wurden. Die attraktive Skulptur, die Figurengruppe „Pan als Lehrer des Flötenspiels“ von Reinhold Begas, ersteigerte der Berliner Kunsthändler Wolfgang Wittrock für die Siemens-Kunststiftung, die Gelder für Museumsankäufe bereitstellt, in diesem Fall 140.300 Euro.

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