Villa Grisebach
Neues Preisplateau für Lesser Ury

Ungebrochene Kauflust prägt das Angebot der Villa Grisebach Auktionen. Überraschende Hochpreise realisierten Lesser Ury, Georg Tappert und Willy Geiger. Die dreitägige Auktion spielte 17,7 Mio. Euro ein.
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BERLIN. Mit einem Gesamtumsatz von 17,7 Mio. Euro krönen die Herbstauktionen der Berliner Villa Grisebach ein erfolgreiches Geschäftsjahr. Die Kauflust ist ungebrochen und das Qualitätsgefühl gewachsen. Von insgesamt 1130 Losen wurden in drei Tagen 893 abgesetzt. Bei reger Beteiligung deutscher Sammler gab es im vollen Saal überraschende Hochpreise für Werke von Georg Tappert, Gerhard Marcks, Willy Geiger und Lesser Ury.

Die Auktion begann mit 15 Werken des Berliner Impressionisten Lesser Ury, die 1,9 Mio. Euro erlösten und für die herausragenden Werke ein neues Preisplateau (bis 451.000 Euro) schufen. Georg Tapperts um 1910 entstandenes Ölbild "Die Loge II" ging für brutto 646.000 Euro an einen Berliner Sammler. Das ist mehr als das Doppelte des Preises (umgerechnet 528 000 DM), den die Erstfassung dieses Gemäldes 1987 bei Christie's erzielt hatte. Für 124.000 Euro wandert Willi Geigers Großformat "Der Blinde" zum zwölffachen Schätzpreis in eine griechische Privatsammlung. Max Beckmanns 1944 datiertes erotisches Aquarell "Dream (Traum)" wurde mit 414.800 Euro von einem Berliner Sammler beboten.

Von den Gemälden der Nachkriegskunst erreichte Ernst Wilhelm Nays Scheibenbild "Spuren in Blau" mit 305.000 Euro den höchsten Preis. Teuerste Skulptur wurde mit 366.000 Euro Max Bills "Zwilling aus Viertelskugel". Die frühe Holzplastik "Jüngling" von Gerhard Marcks wurde einem süddeutschen Sammler für 250.100 Euro zugeschlagen.

Andererseits blieben hochdotierte Arbeiten unter der Taxe oder im niedrigen Schätzbereich. So gingen vier der acht ausgebotenen Nolde-Aquarelle zurück und so wurden die teuersten Bilder der Abendauktion "Ausgewählte Werke", Emil Noldes "Landschaft mit ruhenden Kühen" und Max Beckmanns "Kleines Varieté (in Mauve und Blau)" unterhalb der Schätzung für brutto 1,03 Mio. Euro und 915.000 Euro deutschen Sammlern aus dem Süden und dem Norden des Landes zugeschlagen.


www.villa-grisebach.de

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