Virgin-Chef Richard Branson
Jungfrau (67), männlich, sucht...

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Fehlschläge, Abstürze, Katastrophen

„Aber Fehlschläge haben mich nie entmutigt“, berichtet Branson und nimmt einen Schluck aus dem Teebecher, den er mit auf die Bühne gebracht hat und der fast eine Art Wahrzeichen des Milliardärs ist. „Es hat immer Spaß gemacht, diese Firmen aufzubauen und wir haben dabei viel gelernt“. In jedem Bereich seines Lebens – dem Aufbau von Unternehmen, dem Wachstum seiner Familie und dem Erleben von Abenteuern- versuche er, Dinge jeden Tag zum ersten Mal zu tun. Man dürfe sich nie zurücklehnen – man müsse sich immer wieder neu erfinden. „Ich habe jeden Tag meines Lebens so gelebt, als wäre es mein letzter“. Und häufig sei es auch wirklich fast soweit gewesen: über 70 Mal sei er in äußerst brenzligen Situationen gewesen. Etwa bei einem Absturz eines Heißluftballons.

Und gerade erst erlebte Branson, wie der Wirbelsturm Irma über seine Privatinsel Necker Island in der Karibik zog. Der Hurrikan der Kategorie fünf hinterließ eine Spur der Verwüstung – nicht nur auf Necker Island, sondern in der gesamten Region. „Es war, als hätte uns eine Atombombe getroffen“, beschreibt Branson. „Normalerweise bin ich nicht so emotional, wenn es um Dinge geht, aber als ich die Schäden sah, hatte ich Tränen in den Augen. Aber wir wussten, dass wir es uns leisten können, alles wiederaufzubauen“. Andere hätten nicht das Glück – deswegen setzt sich der 67-Jährige auch für Spenden ein. Noch nach der Veranstaltung in London flog er noch weiter nach Washington, um mit der Weltbank über dem Wiederaufbau in der Region zu sprechen.

Zuvor plaudert er aber noch mit seinen Fans und erzählt Anekdoten aus seinem Leben: Wie ihn seine heute 93-jährige Mutter – die in London im Publikum saß - als kleines Kind aus dem Auto warf, damit er selbstständig den Heimweg finden musste, wie er als Schüler eine Zeitung aufmachte und es schaffte, trotz begrenzte finanziellen Mitteln einen Vietnam-Korrespondenten zu entsenden und welch wichtige Rolle seine Familie in seinem Leben spielt. Für junge Unternehmer hatte er auch noch ein paar Ratschläge parat: Als Firmengründer solle man die Fähigkeit haben, eine Lücke im Markt zu erkennen, man sollte sich mit inspirierenden Menschen umgeben und schließlich nicht davor zurückschrecken, seine Ideen der Welt zu präsentieren.

Kein Wunder also, dass er den Werfer des Papierflugzeuges Respekt zollte. „Wir werden uns das anschauen“, verspricht Branson dem Unbekannten im Publikum. Und geht am Ende des Abends unter euphorischem Applaus seiner Fans von der Bühne.

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Korrespondentin des Handelsblatts.
Kerstin Leitel
Handelsblatt / Korrespondentin

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