Virgin-Chef Richard Branson
Jungfrau (67), männlich, sucht...

Richard Branson bleibt umtriebig, investiert in das Hyperloop-Projekt und schreibt seine zweite Autobiografie. Die Buchvorstellung zeigt: Manchmal braucht es nur einen Papierflieger, um einen Milliardär zu begeistern.
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LondonAls kurz ein Einspieler über die Projekte von Richard Branson gezeigt wird, passiert es: Aus dem Publikum fliegt etwas auf die Bühne, verfehlt den in einem Sessel sitzenden Unternehmer und Milliardär nur knapp. Der zögert kurz, steht dann auf und hebt den Gegenstand auf: Einen Papierflieger. Mit dem Flieger in der Hand setzt sich Branson wieder, faltet das Papier auseinander und liest. „Mir wird hier ein Geschäft vorgeschlagen“, erklärt er. „Hier möchte jemand, dass ich in sein Unternehmen investiere“.

Ein verwegener Plan des Unbekannten – der aber Erfolg haben könnte. Der Milliardär ist immer offen für neue Geschäftsideen; erst wenige Stunden zuvor wurde verkündet, dass er in ein Projekt von Tesla-Chef Elon Musk investiert. „Hyperloop One“, das in „Virgin Hyperloop One“ umbenannt wird, soll Menschen in kürzester Zeit über hunderte von Kilometer transportieren. Schneller als im Flugzeug, per Unterdruck, in Kapseln wie eine Art Rohrpost.

Doch Branson will in London nicht dieses Projekt vermarkten, es geht an dem Abend um ihn selbst: Er veröffentlichte seine Autobiografie „Finding My Virginity“, die zweite, nachdem er vor rund 20 Jahren „Losing my Virginity“ zu Papier gebracht hatte.

Fast 2000 Personen haben sich Karten für die Abendveranstaltung im Londoner Osten gekauft, um den bärtigen Briten einmal live zu erleben. „Ich bin wirklich ein Fan“, schwärmt die 35-jährige Nicola, „ich habe schon sein erstes Buch gelesen. Richard ist einfach toll“.

Das neue Buch soll dort anknüpfen, wo das erste aufgehört hatte, soll „den Mann hinter dem Bart“ zeigen. „Als ich das erste Buch geschrieben habe, war ich noch sehr jung“, erzählt Branson auf der Bühne, „seitdem ist viel passiert“. Einige Unternehmen aus seinem Firmenimperium Virgin-Gruppe, zu der Hunderte Firmen gehören und die Branson ein Vermögen von etwa fünf Milliarden Dollar eingebracht haben sollen, haben sich als Erfolg erwiesen: etwa Virgin Blue (heute Virgin Australia) oder Virgin Wines. Andere – wie Virgin Cars, Virgin Cola oder Virgin Vodka – seien nach einigen Jahren wieder von der Erdoberfläche verschwunden, beschreibt Branson auf den rund 500 Seiten des Buches.

Zu seinen größten Fehlschlägen gehöre das Projekt, Coca-Cola mit einer Virgin-Marke vom Thron zu stoßen. Virgin Cola sei in Großbritannien auch durchaus gut verkauft worden, plaudert Branson, bis eine Britin eine Dose „Virgin Cola“ in das Hauptquartier von Coca-Cola nach Atlanta brachte. „Auf einmal verschwand Virgin Cola hier aus den Regalen“.

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