Vitra-Chef Rolf Fehlbaum
Waches Auge für Form und Funktion

Rolf Fehlbaum, Inhaber und Chairman des international renommierten Möbelunternehmens Vitra, lebt seine Liebe zur Architektur auf einem Campus in Weil am Rhein aus. Dort leistet sich der Unternehmer eine weltweit einmalige Sammlung.

Was vereint die folgenden Namen: Jacques Herzog, Pierre de Meuron, Frank Gehry und Tadao Ando? Für Freunde der spektakulären Architektur und des kühnen Designs ist die Antwort keine Herausforderung: Diese Männer haben als Architekten einen weltweiten Kultstatus. Herzog & de Meuron aus der Schweiz haben das Vogelnest genannte neue Olympiastadion in Peking entworfen. Und die futuristische Fußballarena in München auch.

Frank Gehry, Kanadier mit Büro in Kalifornien, baute das Guggenheim Museum in Bilbao und das Opernhaus in Los Angeles. Hierzulande verewigte er sich etwa in Düsseldorf mit den neuen Zollhöfen. Tadao Ando aus Osaka schuf den Pavillon seines Landes zur Expo in Sevilla und in seiner Heimat einen legendären buddhistischen Wassertempel.

Und die Fans dieser Stars vereint auch etwas: nämlich die Pein, dass die Bauwerke dieser vier Stararchitekten rund um den Globus verteilt sind. In 80 Tagen um die Welt für Highlights der Baukunst?

Wer es sich finanziell wie zeitlich leisten kann, der breche auf. Allen anderen sei ein kleiner Ort im Badischen an der Schweizer Grenze empfohlen: Weil am Rhein. Dort lebt Rolf Fehlbaum, Inhaber und Chairman des international renommierten Möbelunternehmens Vitra. Fehlbaum leistet sich eine Sammlung – eine weltweit einmalige. Er hat Ando, Gehry, Herzog & de Meuron und andere Top-Architekten auf seinem Campus Gebäude entwerfen und inmitten der sanften Hügel realisieren lassen. Die modernen Bauten dienen als Verwaltungs- und Konferenzgebäude, als Museum und Produktionshalle und wirken wie eine Collage zeitgenössischer Baukunst.

Das neueste Stück der Architektursammlung steht kurz vor seiner Vollendung – das Vitra-Haus von Herzog & de Meuron. Doch ein Sammler will Fehlbaum nicht sein, Sammler tragen Bestehendes zusammen, möglichst komplett. „Mir ging es nicht um das Zusammentragen wichtiger Namen.

Ausgangspunkt war, für jede bauliche Aufgabenstellung den richtigen Architekten zu finden.“ So wie er das sagt, hört sich das fast besessen an. „Besessen ist das falsche Wort, da schwingt etwas Zwanghaftes mit. Man baut als Unternehmen, weil man Gebäude braucht. Mich fasziniert die Möglichkeit, dieser Notwendigkeit eine einmalige Form zu geben“, betont der Vitra-Chef. Wäre er vielleicht selbst gern Architekt geworden, und lebt er nun seinen verpassten Traum durch den Campus aus? „Bei meiner Begabungsstruktur wäre ich kein guter Architekt geworden. Aber wie ein Kurator das richtige Auge für Kunst hat, habe ich ein gutes Auge für Gestaltung.“

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