Vom Ende der Liebe - von Michael Winterbottom: Neu im Kino: "Code 46"

Vom Ende der Liebe - von Michael Winterbottom
Neu im Kino: "Code 46"

Es ist Zukunft. Die Stadt, zu Beginn ist es Shanghai, am Ende ist es Seattle, ist ein glitzerndes Metropolis. Und das von Michael Winterbottom? Klar: Winterbottom versucht etwas.

Dem Regisseur sozialer Geschichten aus dem britischen Arbeitermilieu, der mit seinem Flüchtlings-Drama "In This World" 2003 den Berliner Goldenen Bären gewann? Klar: Winterbottom (44) versucht etwas. Er will sein filmisches Vokabular erweitern und wagt den Schritt vom bitteren Realismus zur Science Fiction.

Anfangs sieht man den Film denn auch überrascht, weiß nicht, wohin er zielt. Und findet sich in einer anrührenden Liebesgeschichte wieder, die sich in der futuristischen Kulisse entspinnt. Sie spielt sich zwischen einem Versicherungsagenten (Tim Robbins) ab, der nach Shanghai geschickt wird, um einen Betrug mit gefälschten Chipkarten zu unterbinden, und ausgerechnet der Täterin (Samantha Morton). Diese Liebe endet unglücklich: Er kehrt zu seiner Familie zurück, sie wird in die Verbannung geschickt.

Für dieses Scheitern eines großen Gefühls gibt es einen Grund, denn erst wird ihr, dann wird ihm die Erinnerung an ihre Liebe aus dem Gedächtnis gelöscht (wir sind in der Zukunft, da geht das). Da wird klar, dass Liebe ohne Erinnerung nicht geht. Schlimm ist am Ende nicht, dass die Liebe weg ist, sondern dass sie nie existiert hat. Das reicht nicht einmal zur Verzweiflung: Da bleibt nur Leere. Eigentlich hat Michael Winterbottom also einen ziemlich bösen Film über die Unmöglichkeit von Liebe gedreht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%