Wagner-Boykott
Wagner ist in Israel immer noch ein Reizthema

Der Boykott gegen die Aufführung von Wagner-Musik in Israel gilt schon seit einem Dreivierteljahrhundert. Liebhaber seiner Werke rennen im Versuch, ihn zu brechen, immer wieder gegen die Wand.

Tel AvivDer Wagner-Boykott in Israel ist noch älter als der Staat selbst. Bronislaw Huberman, Gründer des Israelischen Philharmonieorchesters, sprach ihn 1938 unter dem Eindruck der Reichspogromnacht aus - also schon zehn Jahre vor der Staatsgründung. Inzwischen ist er mehrmals gebrochen worden.

Aber alle Versuche, Werke des deutschen Komponisten Richard Wagner (1813-1883) im größeren Rahmen in Israel aufzuführen, sind bisher gescheitert. Eine kleine Gruppe von Musikliebhabern und Dirigenten kämpft aber weiter hartnäckig dafür, dass Wagners Werke öffentlich gespielt werden dürfen.

Der Rechtsanwalt Jonathan Livny, der 2010 die erste Wagner-Gesellschaft in Israel gegründet hat, sagte der Nachrichtenagentur dpa: „Wir haben neue Pläne für ein Wagner-Konzert, aber ich will sie noch nicht veröffentlichen.“

Der Grund für den Boykott Wagners in Israel sind dessen antisemitische Ansichten und seine große Beliebtheit bei den Nationalsozialisten. Livny unterscheidet ganz klar zwischen dem Menschen Wagner, den er ablehnt, und dessen Musik, die er vergöttert.

„Sein 200. Geburtstag interessiert mich nicht - es besteht keine Verbindung zwischen dem Geburtstag und einem Konzert (in Israel)“, sagte Livny. „Ich feiere seinen Geburtstag nicht, weil ich für ihn als Person keinerlei Respekt habe - ich würdige nur seine Musik.“

Es gab schon eine ganze Reihe von Versuchen, den Boykott Wagners aus der Welt zu schaffen. Der weltberühmte Dirigent Daniel Barenboim sorgte 2001 für Diskussionen, als er in einem Konzert in Israel eine Zugabe aus „Tristan und Isolde“ spielte. Im Juli 2011 spielten israelische Musiker unter der Leitung des Wiener Dirigenten Roberto Paternostro erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg ein Werk von Wagner in Bayreuth.

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Wagner-Konzert scheiterte am Protest von Holocaust-Überlebenden

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