Wagner-Buchrezension
„Wahn, Wahn! Überall Wahn“

Stürmisch, unterhaltsam, pointiert: Lesenswertes zum Wagner-Jahr haben zwei Experten in ihrem „kleinen Wagnerianer“ niedergeschrieben. Neben Passagen über Musik und Wirkung winkt auch ein Exkurs über Psychoanalyse.
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DüsseldorfDas Geld, nicht etwa das Gold der Rheintöchter war Richard Wagners Problem: Hatte er welches, lebte er in Saus und Braus, hatte er keins, musste er vor Schuldnern fliehen oder Bettelbriefe an Freunde und Bekannte schreiben – dies allerdings mit erlesener Eleganz. Vor allem bei seinem Freund und späteren Schwiegervater Franz Liszt schnorrte er gern. Ohne den geeigneten Rahmen könne er einfach nicht arbeiten, schreibt er ihm 1854.
„Als ich jetzt wieder den Plan der Nibelungen und ihrer wirklichen Aufführung fasste, musste vieles dazu wirken, um mir die nötige künstlerisch-wollüstige Stimmung zu geben ... ich verschwendete an diesem und jenem Bedürfnisse des Luxus.“

Man sieht ihn vor sich, den samtgekleideten Komponisten mit der revolutionären Jugend in Sachsen, genial, größenwahnsinnig, exzentrisch, Frauenheld. Bis heute spalten sich an ihm die Geister: Er verfasste antisemitische Schriften und schuf andererseits Musik zum Niederknien wie Tristan und Isolde, Lohengrin, Parsifal und den Ring des Nibelungen.
Nächste Woche, am 22. Mai, wird in Bayreuth der 200. Geburtstag des Meisters mit einem Festkonzert gefeiert, das Christian Thielemann dirigiert. Im Sommer gibt es auf dem grünen Hügel einen neuen Ring, inszeniert von Frank Castorf, dem Intendanten der Berliner Volksbühne. Dann pilgern die Fans nach Bayreuth, um stundenlang auf unbequemen Holzstühlen in einem völlig abgedunkelten Raum ohne Klimaanlage zu verharren, weil es Wagner zur optimalen Wirkung seines Musikdramas genau so wollte. Dann werden vor dem Festspielhaus T-Shirts mit dem Meistersinger-Zitat „Wahn, Wahn! Überall Wahn“ verkauft.

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„Wahn, Wahn! Überall Wahn“

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Ein Konzept, das noch heute funktioniert

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