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Filmtipp: "Dogville"

Die Kamera blickt von oben auf den Grundriss eines Städtchens. Die Straßen und die Häuser und die Zimmer in den Häusern sind mit Kreide auf ein riesiges Podium gezeichnet. Wir sind, suggeriert uns Lars von Trier, in Dogville, einem Kaff in den Rocky Mountains.

Man braucht Fantasie, um sich das vorzustellen, doch siehe da: es funktioniert. Wir sehen, wie eine junge Frau (Nicole Kidman) ins Städtchen kommt. Sie wird von Gangstern gejagt und von der Polizei gesucht. Tom, der selbsternannte Sprecher der Gemeinde, nimmt sie unter seine Fittiche, später wird er sich in sie verlieben und sie in ihn.

Als Dank für den Schutz, den ihr das Städtchen bietet, macht sich die junge Frau nützlich, hilft hier im Haushalt und passt dort auf die Kinder auf - und das alles, um das nicht zu vergessen, auf einem riesigen Podium in einem dänischen Studio. Je dichter die Gangster und die Polizisten der Frau auf der Spur sind, desto mehr Gefälligkeiten und Dienste verlangen die Einwohner von ihr, bis hin zu böser Demütigung und übler Vergewaltigung.

Die Frau wird sich am Ende bitter rächen. Der Gangster-Boss ist ihr Vater, die Gangster schießen die vielleicht zwei Dutzend Einwohner, die Kinder inbegriffen, zusammen, Nicole Kidman weint eine Träne, und das war's. Es ist eine arg naive Vorstellung von Amerika, die Lars von Trier entfaltet, und der man, je weiter der Film vorankommt, um so weniger folgen mag. Aber Lars von Triers inszenatorischer Kunstfertigkeit und einer wunderbaren Nicole Kidman folgt man mit Erstaunen und Bewunderung.

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