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Filmtipp: "Lilja 4-ever"

Lukas Moodysson, der 34-jährige schwedische Regisseur, beweist mit seinem neuen Film ein Auge und ein Herz für eine verlorene Jugend.

Lukas Moodysson, der 34-jährige schwedische Regisseur, hatte mit "Fucking Amal" (1998) auf sich aufmerksam gemacht, dem zärtlichen Porträt zweier Mädchen in einer tristen Kleinstadt. Ein Auge und ein Herz für eine verlorene Jugend beweist auch sein neuer Film. Er führt in ein ödes Nest im post-sowjetischen Russland, Mief tropft aus den Bildern, und erzählt von Lilja, einem 16-jährigen Mädchen, und davon, dass sie keine Chance kriegt, aus ihrem Leben etwas zu machen.

Die Mutter ist soeben nach Amerika abgehauen, raus aus dem Elend, und hat sie alleine zurückgelassen. Lilja versucht zu überleben – ohne Essen, ohne Geld, niemand, der sich um sie kümmerte. Ein junges, naives, hübsches Mädchen gerät, ohne dass es etwas dafür könnte, in bittere Verzweiflung und tiefe Armut, und landet zwangsläufig, es überrascht nicht, bei der Prostitution.

Vom ersten Geld kauft sie einem vielleicht 12-jährigen Jungen, Volodja, ihrem einzigen Freund, einen Ball. Dann die Liebe. Er heißt Andrei, ist lieb und nett und will sie mit nach Schweden nehmen, wo er arbeitet, in ein Land, in dem alles besser sei – und verschachert sie doch nur, ein zynischer Menschenhändler, an Zuhälter.

Das Mädchen, und das ist das Bemerkenswerte an diesem Film, wird nie zur Prostituierten, auch wenn sie den Job tut. Sie holt sich Verletzungen, bleibt aber naiv, gutgläubig, schaut mit großen, erstaunten Augen in die Welt und hört nicht auf, von einer besseren Welt zu träumen. Oksana Akinshina, die wunderbare junge Darstellerin, rührt unser Herz.

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