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Filmtipp: "Rosenstraße"

Berlin, 1943. In der Rosenstraße finden sich Frauen vor dem Haus ein, in dem ihre jüdischen Männer inhaftiert sind und auf ihre Deportation warten. Sie protestieren, über Tage hinweg, mit Erfolg schließlich.

In Margarethe von Trottas Film sind diese Szenen atmosphärisch dicht und von einer beeindruckenden inneren Spannung. Die Kamera fährt die Gesichter der Frauen ab: hinter jedem Gesicht scheint ein Mensch, eine Biografie auf. Der Film konzentriert sich auf eine junge Frau (Katja Riemann, die soeben in Venedig als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde), die ein kleines Mädchen trifft, das auf der Suche nach der Mutter alleine dasteht, und um das sie sich zu kümmern beginnt.

Der Film zeigt, wie Freundschaft und Solidarität unter den Frauen entsteht, selbst in einer so heiklen Situation. Das ist Margarethe von Trottas Thema. Da hat ihr Film die Qualität einer poetischen Erinnerung, einer wunderbaren historischen Moment-Aufnahme. Nun lässt sie es dabei allerdings nicht bewenden.

Ihr Film beginnt im New York von heute. Ein junges Mädchen aus jüdischer Familie (Maria Schrader) beschließt, nach Berlin zu fahren, um die Biografie ihrer Mutter zu recherchieren. Immer wieder wechselt der Film zwischen 1943 und heute. Da werden in der Tat irritierende Verzahnungen deutlich zwischen damals und heute, zwischen dem Vorfall in der Rosenstraße und den späteren Biografien der Frauen. Nur macht dieser ständige Wechsel der Perspektiven den Film schwerfällig. Sehenswert also, aber mit Einschränkungen.

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