Was liest
Handbüchlein der Moral

Wolfgang Glatthaar ist Präsident der Privatuniversität Witten/ Herdecke. Zur Zeit liest er das ,Handbüchlein der Moral? des antiken römischen Philosophen Epiktet.

Das ,Handbüchlein der Moral? des antiken römischen Philosophen Epiktet begleitet mich nunmehr seit einigen Wochen. Ich habe es durch Zufall in einer Buchhandlung gefunden und seitdem nehme ich es immer wieder zur Hand. Warum? Im Gegensatz zu anderen Philosophen, die große Systeme ersinnen und Gedankenpyramiden errichten, setzt Epiktet, ein in die Freiheit entlassener Sklave, beim Alltag des Menschen und seinen Bedürfnissen an, die er genau zu kennen scheint. Als Stoiker zeigt er seinen Lesern in sehr klarer und anschaulicher Sprache die Grenzen des eigenen Tuns und Erkennens auf - ohne dabei jedoch den Zeigefinger der Moral zu erheben. Besonders gefällt mir der gelassene Ton, den der Philosoph anschlägt. Epiktet will nicht missionieren. Er will die Menschen auf die Spur der Selbsterkenntnis führen. Immer wieder stoße ich beim Lesen der fast 2 000 Jahre alten Einsichten auf Passagen, die von geradezu schlagender Aktualität sind. So heißt es beispielsweise: ,Nicht die Dinge selbst, sondern die Meinungen über dieselben beunruhigen die Menschen.?"

EPIKTET: Handbüchlein der Moral und Unterredungen Kröner Verlag, Stuttgart 126 Seiten, 11 Euro

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