Was liest Hubert Markl?
Nicht nur Humboldt

"Seit ich mich erinnern kann, lese ich gleichzeitig mehrere Bücher. Vielleicht seit der Schulzeit, als man einen von römischer Geschichte zu englischer Grammatik und von Infinitesimalrechnung zu Genetik scheuchte. Wer immer nur ein Buch liest, gleicht einem, der bei Geschenk eines weiteren zu bedenken gibt, er habe doch schon eines; oder einem, der im Feinschmeckerlokal Eintopf bestellt. Was also zurzeit?

Von Fachbüchern abgesehen, lese ich: - André Jardin: "Alexis de Tocqueville" (Campus Verlag), die, wie man Historiker kennt, vorläufig endgültige Biografie eines scharfsinnigen Grenzgängers; - Horst Bredekamp: "Darwins Korallen" (Wagenbach Verlag) - eine anregende Sicht der bildhaften Genese von Darwins Stammbaumvorstellungen; -Alexander von Humboldt: "Von Mexiko-Stadt nach Veracruz" (Akademie Verlag) - wer den Reiseforscher in Tätigkeit erleben will, folge diesem vorzüglich edierten Tagebuch 1803/4.

Natürlich lese ich auch Gregor Markl: "Bergbau und Mineralienhandel" (Markstein Verlag) - eine prächtige, historisch-mineralogische Geschichte des Bergbaus im Schwarzwald. Aber wer hielte mich da wohl nicht für voreingenommen?"

ANDRÉ JARDIN: Alexis de Tocqueville, Campus, 524 Seiten, 29,90 Euro

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