Washington
Neue Hotelmesse

Rund um Washington, DC, gibt es eine blühende Kunstszene. Doch kaum jemand kennt sie. Das soll eine neue Messe ändern. Strippenzieher sind die Sammler und Hotelinvestoren Don und Mera Rubell.
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New YorkDie bekannten Hotelinvestoren Mera und Don Rubell aus Miami haben auch in der Kunstwelt einen klingenden Namen. Ihre Sammlung zeitgenössischer Kunst soll eine der größten weltweit sein. 1994 eröffneten die Rubells in Miamis sozialem Brennpunkt Wynwood ihr Museum, eine neue, von der öffentlichen Hand unabhängige Institution, „Modell Miami“. Geschickt betrieben die eifrigen Sammler, die meist Messen und Großausstellungen meist im Familienverband besuchen, auch die Ansiedlung der einflussreichen Kunstmesse Art Basel in Miami Beach.

Nachwuchskunst für Washington

Nun könnte ein ähnliches Rezept dem etwas heruntergekommenen südwestlichen Bezirk in Washington, DC, helfen: Die erste (e)merge Messe  (22.-25.9.) will die schläfrige kommerzielle Szene für aktuellste Kunst in der Hauptstadt energisch ankurbeln. Die Galeristinnen Leigh Conner und Jamie Smith (Conner Contemporary Art, Washington) hatten die Idee, als Messedirektorin konnten sie Helen Allen, die Gründerin der erfolgreichen Pulse Contemporary Art Fair, gewinnen. „(e)merge soll eine Art flashmob für Nachwuchskunst sein“, sagt Leigh Conner mit Verweis auf ein Phänomen in den social media. Veranstaltungsort ist Rubells Capitol Skyline Hotel, seit 2002 im Besitz der Familie. Der leicht schäbige 50 Jahre alte Bau des Architekten Morris Lapidus machte bisher vor allem durch alkoholbefeuerte Poolpartys Schlagzeilen.

Preiswerte Hotelmesse

(e)merge mixt das altgediente Konzept einer preiswerten Hotelmesse mit Events à la Art Basel. Etwa 40 internationale Galerien und Organisationen, darunter Anita Beckers (Frankfurt/M.) und die Galerien Twig und Nomad aus Brüssel haben zugesagt. Dazu dürfen Künstler ohne Galerierepräsentation kostenlos auf dem Gelände ausstellen, ihre Auswahl wurde von einem Komitee, dem auch Mera Rubell angehört, überwacht. „Obwohl hier einige der besten Museen der Welt angesiedelt sind, ist die reiche kreative Landschaft in DC fast noch unbekannt. (e)merge kann da für weltweite Sichtbarkeit sorgen“, hofft Mera Rubell.

Rubells neues Museum

Ihr Engagement wird sich für die Rubells auch in anderer Hinsicht auszahlen: im vergangenen Jahr erwarb ihre Immobiliengesellschaft CACB Holdings LLC für 6,5 Mio. Dollar einen direkt neben dem Capitol Skyline Hotel gelegenen vakanten Schulkomplex. Hier planen sie ein weiteres eigenes Museum mit fast 4 000 Quadratmetern Ausstellungsfläche, ein Hotel und 300 Wohnungen zu errichten. „Das Museum wird das Herzstück und sollte autark sein. Unser Projekt Randall School soll als kreative Gemeinschaft zur kulturellen Landschaft der Hauptstadt beitragen“, wünscht sich Mera Rubell gegenüber dem Handelsblatt. 

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