Wechsel zur ARD

Wirbel um angebliches Gehalt für Gottschalk

Berichten zufolge sollte sich der Wechsel zur ARD für Thomas Gottschalk auch vor allem finanziell lohnen. Doch sein Anwalt hat sämtliche Gehaltsspekulationen zurückgewiesen und droht nun mit rechtlichen Schritten.
Update: 18.08.2011 - 16:40 Uhr 26 Kommentare
Mehr Geld für Thomas Gottschalk? Quelle: Reuters

Mehr Geld für Thomas Gottschalk?

(Foto: Reuters)

BerlinVier Monate vor dem Start der neuen ARD-Vorabendshow von Thomas Gottschalk gibt es Wirbel um das Gehalt des Top-Entertainers. Das „Manager Magazin“ berichtete am Donnerstag, der 61-Jährige bekomme ab Januar 2012 für 140 Sendungen pro Jahr rund sechs Millionen Euro Grundgehalt - das sei viermal so viel wie bisher beim ZDF. Doch Gottschalks Anwalt Christian Schertz dementierte umgehend und kündigte rechtliche Schritte gegen die Wirtschaftszeitschrift an.

Schertz schrieb in einer presserechtlichen Information: „Als Anwalt von Thomas Gottschalk weise ich daraufhin, dass diese Aussagen beide falsch sind. Weder vervierfacht Herr Gottschalk sein Jahresgehalt noch erhält er die vom Manager Magazin benannte Summe. Die Aussagen des Manager Magazins stimmen nicht im Ansatz, entbehren also jeglicher Grundlage.“ Das „Manager Magazin“ bleibt jedoch bei seiner Darstellung und sieht derzeit keinen Grund, etwas zurückzunehmen, wie es auf dpa-Anfrage hieß.

Auch von ARD und ZDF gab es keine Bestätigung. Ein ARD-Sprecher sagte am Donnerstag, er könne die Summe von sechs Millionen Euro nicht bestätigen, denn es gebe derzeit noch keinen gültigen Vertrag. Den soll die WDR-Werbetochter, die WDR mediagroup, mit Gottschalk schließen. Die Verhandlungen über die Einzelheiten liefen derzeit. Gleichwohl sei an der Absichtserklärung zwischen der ARD und Gottschalk nicht zu rütteln.

Die ARD-Vorsitzende Monika Piel hatte den Transfer Gottschalks bei der Bekanntgabe im Juli als „kostenneutral“ bezeichnet. Über die genaue Finanzierung wollte sie keine Angaben machen, da das neue Format im werbefinanzierten Vorabendprogramm ausgestrahlt wird. Die ARD geht davon aus, dass die Marktanteile kurz vor 20 Uhr mit Gottschalk zulegen und damit die Werbeeinnahmen steigen werden.

Beim ZDF hatte Gottschalk nach früheren, unwidersprochenen Brancheninformationen etwa 100.000 Euro pro „Wetten, dass..?“-Ausgabe bekommen. Er moderierte (einschließlich Sommerausgabe) sieben Shows pro Jahr. Das „Manager Magazin“ berichtete nun von 1,5 Millionen Euro Gage pro Jahr beim ZDF. Ein Sprecher des Senders sagte am Donnerstag, dass diese Summe „nicht annäherungsweise“ stimme, auch wenn weitere einzelne Formate wie der ZDF-Jahresrückblick oder die Show „Ein Herz für Kinder“ mitgerechnet würden.

  • dpa
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26 Kommentare zu "Wechsel zur ARD: Gerüchte um Gottschalks Gehalt sorgen für Wirbel"

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  • Sie irren wenn sie meinen das in diesem Falle der Markt entscheidet. Da der ÖR nicht den gegebenen Umständen eines freien MArktes unterliegt sondern eher einer Planwirtschaft handelt es sich hierbei auch nicht um marktgerechte Preise bzw. Löhne.
    Der ÖR muß seine Einnahmen nicht "erwirtschaften" er bekommt sie per Zwangsgebühren. Unterwerfen Sie den ÖR den freiem MArkt was die Finanzstruktur angeht...dann wird sich zeigen ob Gottschalks Gehalt angemessen ist.

  • GEZ Gebühren, das staatliche Geldeinsammeln bei Bürgern, für ARD & ZDF "Marionetten" diese Marionetten flimmern Donnerstags, Sonntags und auf und zu in der Arena von Palma des Mallorca. "Wetten Das", das die Gehaltszahlen stimmen ?

  • Also ich würde mich jetzt nicht unbedingt als arm bezeichnen. Ich bin aber als ehrlicher Mensch auch ein GEZ-Gebührenzahler und sehe es als anstößig an, dass es Diskussionen gibt über angeblich nicht mehr kostendeckende Gebühren, die unbedingt erhöht werden müssen. Ein Unternehmen, dass nicht einfach nur von Gebühren leben kann, sondern wirtschaftlich rechnen muss, kann seinen Mitarbeitern nur das Gehalt zahlen, das die Firma verkraftet. Wir sehen bei den öffentlich-rechtlichen Sendern das gleiche Prozedere wie bei unseren Politikern. Wenn das Geld nicht mehr reicht, werden die Steuern und Abgaben erhöht. Verständlich, dass es Menschen gibt, die das nicht für richtig halten. Es machen sich einige Branchen bei der Geldeinnahme in Deutschland einfach zu leicht. Jemand der diese Möglichkeit hat, ist meist ein Monopolist. Wird normalerweise von den Wettbewerbshütern unterbunden. Nur wenn es staatlich gewollt ist, darf die Kostenschraube ruhig weitergeschraubt werden. Das mit Neid abzutun, ist sehr kurzsichtig.

  • spätrömische Dekadenz ....

  • Sehr richtig! Aber es fehlt die Instrumentalisierung der Direkte Demokratie und Mitbestimmung in der Politik!
    Natürlich wird das von den Politikern und Institutionen nicht gewollt! Aber wir können diese Gang mit den eigenen Waffen schlagen. Cyberdemokratie, direkt vorbei an den Parteien und Machteliten! Wenn dort 2x Millionen+, gleich 3,4% der Wähler, mal mitmachen, im Cyberzeitalter kein Thema!? wäre dies sofort die größte Lobby der Geschichte der BRD! Denken wir mal praktisch.

  • Jeder Fußballverein (e.V.)darf den Spieler einstellen und Handgeld, Beteiligung an Werbeeinnahmen, etc. verlangen!
    Das Fernsehen ist auch ein Verein, natürlich mit kulturellen und erzieherischen Vorgaben, gemäß Satzung, das heißt, aber, von seinen zahlenden Mitgliedern, hauptsächlich, verwaltet und nicht mißbraucht von politischen Interessensgruppen, Institutionen und dem Staat. Wann wacht der Bürger auf und verlangt die Direkte Demokratie, Mitbestimmung und Entscheidung jeden Tag und nicht alle 4 x Jahre!

  • Noch eine Anmerkung zu den Vergleichen zu dem Gehalt von Krankenschwestern und Pflegepersonal. Ihr seid doch die ersten, die schreien, wenn es eine Erhoehung der Beitraege in der Sozialversicherung gibt. Die Macht hat in Deutschland immer noch der Buerger. Nicht Gott.

    Ihr seid die Gesellschaft. Gegen wen wettert ihr denn hier ?

  • Ihre Aussage ist falsch.

    Meine Vorredner behaupten, dass dieses Gehalt nicht angemessen waere und begruenden dies mit subjektiven Behauptungen, die direkt oder indirekt immer auf den Unterschied zum eigenen Verdienst oder dem Verdienst anderer Gruppen basieren. Das ist Neid. Linkes Geschwaetz ohne fundiertes wirtschaftliches Wissen.

    Was ist die Alternative ? Wer entscheidet denn was dem Allgemeinwohl dient und was nicht ? Wer entscheidet was wichtige Arbeit ist und was nicht ? Sie ? Die Politk ? Gott ?

    Bisher sind alle Modelle gescheitert, die diese Entscheidungsacht in die Hanede von Personen legt.

    Also lassen wir den Markt entscheiden. Dieser sagt, dass Gottschalk sein Geld wert ist und meine Vorredner genau das verdienen was sie verdienen.

  • m.E. zu kurz gedacht! Wenn jede Sendung eine klare Kostenstelle wäre, mit spezifischer Ertragsrechnung würden nur die spezifischen Zuschauer das Gehalt vom Schalk Gott zahlen. Damit er die Sendezeit bekommt, müßte er aber auch die Hälfte seiner Nettowerbeinnahmen in diesen Topf einbringen. Damit wäre der Sache des Volkes und Gebührenschafe Rechnung getragen, die die Sendung nicht sehen wollen! Anders rechnet ein Privatsender auch nicht! Warum nicht das Öffentlich Rechtliche!? Natürlich unter demokratischer Aufsicht!
    Die öffentliche-rechtliche Veranstaltung, inklusive die Regierung und Bürokratie ist zum subventioniertem Zirkus geworden. Mein Gott Ernst!

  • So werden die Rundfunkgebühren verschwendet: dafür dass nun die rechte Tasche den völlig abgehobenen Moderator bezahlt und nicht mehr die linke Tasche, ist gleich mal das vierfache Gehalt nötig. Und wenn die Gelder nicht reichen, werden einfach mal wieder die Rundfunkgebühren (demnächst die Gebühr pro Haushalt) erhöht. Der Zuschauer zahlt ja gerne...

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