Wegen Drogenverdachts
Kunstprofessor Immendorff suspendiert

Der Kunstprofessor Jörg Immendorff ist mehr als zwei Monate nach seiner Kokainaffäre vorläufig vom Dienst an der Düsseldorfer Kunstakademie suspendiert worden. Das bestätigte das nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerium.

HB DÜSSELDORF. Die Suspendierung sei „auf Grund der gebotenen dienstrechtlichen Abwägung“ erfolgt. Damit darf Immendorff bis auf weiteres nicht mehr an der Akademie unterrichten.

Sollte sich der Vorwurf des Kokainbesitzes in erheblicher Menge bestätigen, sei dies eine „gravierende Pflichtverletzung“ und mit dem Amt eines beamteten Hochschullehrers unvereinbar, heiße es vom Ministerium weiter. Immendorff war vor zweieinhalb Monaten mit neun Prostituierten und reichlich Kokain in der Luxussuite eines Düsseldorfer Hotels während einer Sexorgie von Polizisten überrascht worden.

Der 58-Jährige muss nun mit einer Anklage und einem Prozess wegen Drogenbesitzes rechnen. Für den Besitz einer nicht geringen Menge Kokain ist eine Mindeststrafe von einem Jahr Haft vorgesehen. Damit droht Immendorff auch der Verlust seines Beamtenstatus und seiner Professur an der Düsseldorfer Kunstakademie. Seinen Exzess hatte der Künstler als Flucht vor seinem unheilbaren Nervenleiden bezeichnet. In den 70er Jahren war bereits Immendorffs Lehrer Joseph Beuys vom damaligen NRW-Wissenschaftsminister Johannes Rau von der Kunstakademie verwiesen worden. Einen späteren Rechtsstreit hatte Beuys allerdings gewonnen.

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