Weinprobe
Der Indianer-Wein

Im Okanagan-Tal in Kanadas Provinz British Columbia keltern die Ureinwohner Nordamerikas mit großem Erfolg.

Es ist heiß im Süden des Okanagan-Tals, Kanadas einziger Wüstenregion. 40 Grad Celsius sind im Sommer eher Regel als Ausnahme. Es regnet dort wenig, der Boden ist sandig, die grau-braunen Felsen reflektieren die Hitze. Die Kälte vom Pol wird abgeschirmt von den Bergen im Norden, Osten und Westen. Nur nach Süden ist das Tal offen, von dort kommt die Wärme. Weingüter und Obstplantagen und säumen den See, zum Beispiel in Summerland.

Etwa 130 Quadratkilometer nennt das Volk der Osoyoos-Indianer ihr Eigentum. Ihre Reservation erstreckt sich im Süden des Tals in der Pazifik-Provinz British Columbia vom Städtchen Oliver entlang des Osoyoos-Sees bis an die US-Grenze.

Unter den Indianern sind die Osoyoos eine Ausnahmeerscheinung. Auf ihrer Reservation liegt Nk?mip Cellars, "North America?s First Aboriginal Winery", wie es auf einem Hinweisschild an der Landstraße 97 heißt: das erste von den Ureinwohnern betriebene Weingut. Etwa 400 Mitglieder zählen die Osoyoos. 1968 begannen die Indianer mit dem Weinanbau, verkauften die Trauben aber an Kellereien. "Wir haben das beste Land und das beste Klima", sagt Häuptling Clarence Louie, der erst 44 Jahre alt ist, sein Volk aber schon seit 1985 als "Chief" führt. Und: "Der Weinbau ist für mein Volk eine wichtige Einkommensquelle."

Ende der 90er-Jahre gründeten die Osoyoos mit dem internationalen Weinkonzern Vincor das Gemeinschaftsunternehmen Nk?mip Cellars. Im Jahre 2000 eröffnete die Kellerei. Die Firma bietet etwa 50 Arbeitsplätze. Auf hundert Hektar wird Wein angebaut, die gesamte Produktion des Guts liegt bei etwa 150 000 Litern

.

Der Name Nk?mip wurde der Sprache der Okanagan-Indianer entnommen, er bedeutet "Der Ort, wo der Bach in den See mündet". Das attraktive Etikett auf den Weinflaschen zeigt eine Schildkröte, das Symbol für Weisheit und Visionen, auf einer aus Stein gefertigten Speerspitze, die Macht symbolisiert.

"Wir sind in einer kurzen Zeit sehr weit gekommen", sagt Randy Picton, der nicht-indianische Kellermeister von Nk?mip und bezieht das gesamte Weinbaugebiet Okanagan Valley ein. "Vor 15 Jahren gab es hier kaum Weine, die Beachtung verdienten. Jetzt gewinnen unsere Weingüter internationale Medaillen." Besonders stolz ist Nk?mip auf seine Serie "Qwam Qwmt", in die nur Spitzenprodukte aufgenommen werden. Dazu gehört der Riesling Eiswein 2003, der im Licht der Sonne seine dunkelgelbe Farbe entfaltet und ein Aroma von Honig, Pfirsich und Aprikosen verströmt.

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