Weltkulturerbe
Richter stoppen Brückenbau in Dresden

Die umstrittene Brücke durch das als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannte Elbtal darf nach einer Entscheidung des Dresdner Verwaltungsgerichts vorerst nicht gebaut werden. Die Richter befürchteten, dass das Regierungspräsidium Dresden vollendete Tatsachen schafft, obwohl der Stadtrat der Stadt die Brücke dreimal abgelehnt hat.

HB DRESDEN. Die vom Regierungspräsidium Dresden angeordnete sofortige Vergabe von Bauaufträgen sei gestoppt worden, sagte ein Gerichtssprecher am Montag. Bis zu einer endgültigen Entscheidung dürften keine weiteren Maßnahmen gegen die Stadt Dresden im Hinblick auf den Brückenbau ergriffen werden. Es sei zu befürchten, dass das Regierungspräsidium vollendete Tatsachen schaffe, urteilten die Richter.

Die Behörde hatte am Freitag die Stadt Dresden mit sofortiger Wirkung angewiesen, die ersten Bauaufträge für die Brücke in Höhe von 60 Mill. Euro zu vergeben, nachdem der Stadtrat das Vorhaben zuvor drei Mal abgelehnt hatte. Gegen die Entscheidung des Regierungspräsidiums hatte die Stadtverwaltung Widerspruch beim Verwaltungsgericht eingelegt.

Das Regierungspräsidium hatte sich auf einen Bürgerentscheid aus dem Jahr 2005 berufen, in dem sich die Dresdner mehrheitlich für den Bau der Brücke ausgesprochen hatten. Dieser Entscheid sei drei Jahre lang gültig und könne auch vom Dresdner Stadtrat nicht aufgehoben werden, hieß es zur Begründung. Die UNESCO hatte für den Fall, dass die Brücke gebaut wird, mit der Aberkennung des Welterbetitels gedroht. Dresden ist deshalb bereits auf der „Roten Liste“ der besonders gefährdeten Welterbegüter.

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