Wenn dem Golfer der kleine Hunger kommt
Nach 18 Löchern Currywurst

Spitzenkoch Bernd Stollenwerk bedient Golfer deftig und Feinschmecker delikat. Er leitet auf dem Platz "Gut Lärchenhof" in Pulheim nördlich von Köln sowohl ein Gourmet-Restaurant als auch das Bistro für die rund 600 Clubmitglieder.

Küchenchef Bernd Stollenwerk verwendet Senfkörner und Stern-Anis - damit verfeinert er seine aromatische Würzmischung extra für Golfer. Zu diesem süßlich-scharfen Currypulver kommt ein Berg klein geschnittener Zwiebeln in den großen Schmortopf. Der Spitzenkoch - bedacht mit einem Michelin-Stern und 18 Punkten im Gault Millau - bereitet die Sauce für eine nur scheinbar gewöhnliche Currywurst zu: Die knusperbraune Wurst besteht aus reinem Kalbfleisch eines regionalen Mästers.

Als besonderen Clou dieses aufgepeppten Schnellimbiss-Gerichts löscht Stollenwerk die geschmorten und gewürzten Zwiebeln mit einem Schuss Cola ab. Die klebrige Limonade verbreite, so Stollenwerk, ihre feinen Kräuteraromen und eine angenehme Süße in der Zwiebelmischung, was schließlich das i-Tüpfelchen auf der Kalbswurst ausmache.

Bernd Stollenwerk leitet auf dem Platz "Gut Lärchenhof" in Pulheim nördlich von Köln sowohl ein Gourmet-Restaurant als auch das Bistro für die rund 600 Clubmitglieder. Der 39-jährige Küchenchef führt die beiden Restaurationen nicht nur organisatorisch unter dem Dach des Golfclubs, sondern auch räumlich. Gespeist wird gemeinsam in einer rustikal restaurierten Scheune. Der Gebäudekomplex aus Scheune und Landhaus stammt von Golfplatz-Architekt Jack Nicklaus.

Über den mit feinem Leinen eingedeckten, runden Tafeln des Restaurants und den eckigen, massiven Holztischen des Bistros erstreckt sich die hohe, spitz zulaufende Decke mit dem originalen wuchtigen Gebälk. Während der Gast in aller Gemütsruhe speist, kann er durch die hohen Fenster des Lokals die Spieler sportlich abschlagen sehen. Mit seinen kleinen Gewässern und 50 000 Sträuchern und Bäumen ist der Platz eine idyllische Parklandschaft, die auch für Nichtgolfer ein schöner Anblick ist.

"Golfer sind dafür bekannt, dass sie deftig und gutbürgerlich essen", sagt Stollenwerk, der seit acht Jahren für deren leibliches Wohl verantwortlich ist. "Sie beginnen den Tag gern mit einem üppigen Frühstück aus Rührei mit viel Speck und gehen dann mit vollem Magen auf den Platz", ergänzt Ina Denner, Golferin, Sporttherapeutin und Mitbegründerin des Forschungs- und Präventionszentrums (FPZ) in Köln.

Strammer Max, Sauerbraten und Rinderrouladen zählen zu den Vorlieben der Golfer wie Jägerschnitzel oder Bratkartoffeln, Spareribs oder Speckpfannkuchen. Nach diesen bodenständigen Wünschen der Clubmitglieder gestaltet Stollenwerk alle zwei Wochen die Speisekarte des Bistros mit etwa 30 Gerichten. Er und seine sieben Köche sind für fast jeden Wunsch offen. "Wir haben eine imaginäre Nudelkarte", sagt Stollenwerk. Die Sauce bestimme der Gast. Beliebt seien seine "Spaghetti Stolli", eine scharfe, mit viel Speck und Zwiebeln angerichtete Nudelvariation. Die Küche hat täglich von zwölf bis 22 Uhr durchgehend geöffnet. Schließlich sei der Club "das Wohnzimmer der Golfer".

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