Wer liest was?
Was liest Antonella Mei-Pochtler?

"Es ist nicht gemütlich im Weltinnenraum des Kapitals. Kein Raumschiff Enterprise, sondern ein großer intellektueller Workout-Raum, in dem Peter Sloterdijk einen - im Wortsinn - globalen (Gedanken-)Bogen spannt, der vom Ideenhimmel der antiken Philosophen über die Irrfahrten der spanischen Seefahrer bis zur intellektuellen Version der deutschen Standortdebatte reicht.

Eine "große Erzählung", die nicht nur für die sichtbaren Seiten der Globalisierung den Zusammenhang über die Jahrhunderte herstellt, sondern - viel spannender, wie ich finde - das Wechselverhältnis zwischen den Weltbildern und der Weltgeschichte wunderbar erhellt. Und am Ende: "It's the Economy, stupid!" Globalisierung, das ist die Grundthese, bedeutet seit Kolumbus ein immer weiter ausgreifendes Handeln in Zeit und Raum mit der Erwartung eines "Return on Investment". Geprägt wird unser neuzeitliches Weltbild nicht mehr von der Erde, die um die Sonne läuft, sondern vom Geld, das um die Erde läuft. So philosophisch anspruchsvoll der Inhalt ist, so amüsant und höchst anregend ist Sloterdijks Stil. In jedem Absatz lauern Anspielungen und Zuspitzungen. Jedes Argument ist getragen von Geschichte(n) und lässt Raum für Assoziationen. Man liest das Buch im Tango-Rhythmus: zwei Schritte vorwärts und einen zurück. Nichts für die Badetasche - aber ein verlässlich geistreicher Begleiter für lange Leseabende."

PETER SLOTERDIJK: Im Weltinnenraum des Kapitals Suhrkamp Verlag, Frankfurt 2005, 415 Seiten, 24,80 Euro

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