Wiedereröffnung des Grünen Gewölbes
Barocker Glanz in Dresden

Das Historische Grüne Gewölbe im Dresdner Schloss ist 61 Jahre nach dem Untergang im Zweiten Weltkrieg nun im alten Glanz wiedererstanden. Und Dresden feiert eine weitere Perle in seiner barocken Krone.

HB DRESDEN. „Das Auge sieht sich nimmer satt, sagt Salomon in seinen Sprüchen. Ach, dass er Dresden nicht gesehen hat!“, schrieb der hessische Leibmedicus Daniel Wilhelm Thriller nach einem Besuch der königlichen Schatzkammer in Dresden im 18. Jahrhundert. Zum Festakt am Samstag kommen neben anderen Kunstsammler oder Mäzene wie Bankier Lord Jacob Rothschild und Verleger Lord George Weidenfeld aus Großbritannien, Nobelpreisträger Günther Blobel, Ihre Königliche Hoheit Begum Aga Khan oder die Hamburger Verlegerin Friede Springer.

Unter Verwendung von Originalteilen rekonstruiert präsentiert sich das barocke Schatzkammermuseum des legendären Kurfürst-Königs August der Starke (1670-1733) im Stil von 1733 am Ursprungsort.

Architekten, Bauleute, Handwerker, Restauratoren und Kuratoren haben den acht historischen Räumen in vier Jahren Arbeit die einstige Pracht zurückgegeben. Mit der modernen Präsentation von Meisterwerken aus der königlichen Schatzkammersammlung in der Bel Etage darüber können die Staatlichen Kunstsammlungen nun erstmals seit 1942 alle rund 4000 Stücke aus dem Bestand des weltbekannten Museums zeigen.

Der Ausbau der Räume der „Geheimen Verwahrung“ zum Schatzmuseum war in den 1720er Jahren ein „Politikum“, August der Starke der erste Herrscher, der seinen Reichtum ausstellte. „Er hat verstanden, welche Kraft ein Museum hat“, sagt Museumsdirektor Dirk Syndram. Der Monarch schuf ein spätbarockes Raumkunstwerk, in dem auf zahlreichen Konsolen und Tischen frei stehende Objekte mit der festlichen Architektur in einzigartigem Zusammenklang erschienen. „Für das 18. Jahrhundert war diese umfangreiche Öffnung einer Schatzkammer einzigartig.“

Die Renaissance der acht Räume sowie die Einrichtung der barocken und der modernen Schatzkammer ließ sich der Freistaat rund 45 Mill. Euro kosten. Fast ein Jahrzehnt haben Restauratoren die meist im Depot verborgenen Exponate geprüft, repariert und poliert. Eintritt wie Austritt der „begehbaren Vitrine“ erfolgen durch Schleusen, die der Luft-Reinigung und Sicherheit dienen. „Sie trennen nicht nur zwei Museumswelten, sondern markieren auch Beginn und Ende einer emotionalen Zeitreise“, sagt Syndram.

Zur Neuinszenierung der Schatzkammer gehören zwei kleinere Räume, die als ästhetische Übergänge den Besuch der ungewohnten barocken Pracht erleichtern sollen. Im Bernsteinkabinett strahlt honiggelb das „Gold der Ostsee“ im Halbdunkel und schafft die Verbindung zur Welt des 18. Jahrhunderts. Hinter einer goldverzierten Eisentür beginnt die „dramatische Inszenierung“, an der der Fürst zu Lebzeiten Gäste teilhaben ließ.

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