Wirtschaftsbuchpreis Gala-Abend im Zeichen der Zukunft

Yuval Noah Hararis Buch „Homo Deus – Eine Geschichte von Morgen“ ist das beste Wirtschaftsbuch des Jahres. Der israelische Universalgelehrte erhält den mit 10.000 Euro dotierten Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2017.
Kommentieren
Die Verleihung in Bildern
Der Wirtschaftsbuchpreis
1 von 13

Die Prämierung des besten Wirtschaftsbuchs des Jahres in Deutschland ist zum festen Termin für Verleger und Unternehmer geworden. In diesem Jahr wurde Yuval Noah Hararis Buch „Homo Deus – Eine Geschichte von Morgen“ ausgezeichnet. Im Bild (von links nach rechts): Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart, Goldman-Sachs-Co-Chef Jörg Kukies, Beck-Verleger Jonathan Beck, Jury-Mitglied Ann-Kristin Achleitner, Goldman-Sachs-Co-Chef Wolfgang Fink, Handelsblatt-Research-Chef Bert Rürup und Juergen Boos, Direktor der Buchmesse.

Quelle: Markus Kirchgessner

Yuval Noah Harari
2 von 13

Yuval Noah Harari lehrt Weltgeschichte an der Hebrew University in Israel und hat bereits mit „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ einen Weltbestseller geschrieben. In „Homo Deus“ beschäftigt er sich mit der Frage, wie künstliche Intelligenz die Entwicklung der Menschheit beeinflusst.

Die Begründung
3 von 13

Die Jury, zu der auch Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart gehört, hat sich für das Buch entschieden, um einen Akzent zu setzen: „Es geht um die Folgen des technisch-zivilisatorischen Umbruchs, in dem wir uns befinden. Der Autor bietet brillant geschriebene Denkanstöße und startet eine Debatte, die von uns allen fortgeführt werden muss“, heißt es in der Begründung. Im Bild: Gabor Steingart im Gespräch mit Beck-Verlags-Geschäftsführer Jonathan Beck.

Quelle: Markus Kirchgessner

Gabor Steingart
4 von 13

Preisverleihung Deutscher Wirtschaftsbuchpreis 2017: Der Sieger habe ein Werk geschrieben, das die Jury nicht überzeugt, sondern begeistert habe, sagte Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart.

Gabor Steingart
5 von 13

"Wir sollten uns trauen, auch das bisher Undenkbare zu denken", sagte der Handelsblatt-Herausgeber.

Jutta Allmendinger
6 von 13

Die Professorin Jutta Allmendinger hat ein Buch darüber geschrieben, wie sich die Deutschen ihre Zukunft vorstellen. Basis dafür war eine Studie mit 3100 Menschen. Ihr Appell an die Politiker: Kümmert Euch um unsere Kinder.

Rainer Hank
7 von 13

Der Wirtschaftsjournalist Rainer Hank hat ein Buch über die Macht geschrieben. Warum man sein Buch lesen sollte? Hank zitierte dafür den Erfinder der Serie "House of Cards", Michael Dobbs: "Politik und Wirtschaft sind dann interessant, wenn's nicht um Politik und Wirtschaft geht, sondern um die großen Themen: Macht und Sex."

FrankfurtDie Überraschung ist geglückt, nur einer kann gewinnen: Zehn Autoren oder ihre Verleger stellten ihre Bücher am Freitagabend bei der feierlichen Preisverleihung im Rahmen der Frankfurter Buchmesse vor. Es waren die zehn Finalisten des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises. Das Publikum war begeistert von diesem so genannten „elevator pitch“, bei dem jeder zwei Minuten Zeit hatte, um über sein Buch zu sprechen. Jeder machte es anders und auf seine Art, mit Temperament, mit Humor, zum Nachdenken anregend und inspirierend.

Dann lüftete Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart das Geheimnis: Sieger des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises 2017 ist Yuval Noah Harari mit seinem im Beck-Verlag erschienenen Buch „Homo Deus – Eine Geschichte von Morgen.“ Die Jury, zusammengesetzt aus hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft, hat sich für das Buch entschieden, um einen Akzent zu setzen: „Es geht um die Folgen des technisch-zivilisatorischen Umbruchs, in dem wir uns befinden. Der Autor bietet brillant geschriebene Denkanstöße und startet eine Debatte, die von uns allen fortgeführt werden muss“, heißt es in der Begründung der Jury.

„Das Buch ist keine Science-Fiction und Harari ist kein Zukunftspessimist, der Autor hat extrem spannende Ansätze, eine neue Sicht der Dinge, um auf die Themen der Zukunft zu fokussieren“, erklärte Steingart, der den Jury-Vorsitz innehat. „Je besser wir verstehen, wie sich die neuen Technologien auf unsere Wirtschaft, Politik und Ethik auswirken, umso klügere Entscheidungen können wir über ihre Verwendung treffen.“

Der israelische Historiker, der mit seinem ersten Buch „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ einen Weltbestseller geschrieben hat, startet in „Homo Deus“ seine Überlegungen damit, dass Hunger, Krankheit und Krieg, die Plagen der Vergangenheit, beherrschbar geworden sind, schreibt Harari. Doch was passiert, wenn Künstliche Intelligenz unsere eigenen kognitiven Fähigkeiten überholt, wenn Google und Facebook unsere politischen Einstellungen besser kennen als wir selbst, was wird aus dem Wohlfahrtsstaat, wenn Computer die Menschen vom Arbeitsmarkt verdrängen und kommen aus dem Silicon Valley am Ende nicht nur neue Geräte, sondern auch neue Religionen?

Harari lehrt Weltgeschichte an der Hebrew University in Jerusalem. Politische Führer wie der französische Präsident Macron und Unternehmer wie Bill Gates suchen den Dialog mit ihm. Sein zweites Buch „Homo Deus“ hat sich bereits drei Millionen mal verkauft. Doch einmal im Jahr zieht er sich für zwei Monate zum Meditieren nach Indien zurück. Dort ist er jetzt. „Das versuche ich jedes Jahr einzurichten. Einfach zwei Monate ohne E-Mails, ohne Computer und ohne Telefon – und sogar ohne Bücher. Ich spreche mit niemandem und versuche, ganz im Jetzt zu leben und auf meinen Körper und meinen Geist zu hören“, sagte Harari in einem Interview mit Handelsblatt-Herausgeber Steingart, der ihn in Tel Aviv getroffen und befragt hatte. Für das Publikum im Saal war das Video aus Israel eine perfekte Möglichkeit, den Autoren kennenzulernen.

Die besten Wirtschaftsbücher des Jahres
Jutta Allmendinger
1 von 10

Das Land, in dem wir leben wollen - Wie die Deutschen sich ihre Zukunft vorstellen

Pantheon, 272 Seiten, 16,99  Euro

Johannes Becker, Clemens Fuest
2 von 10

Der Odysseus-Komplex - Ein pragmatischer Vorschlag zur Lösung der Eurokrise
Hanser, 285 Seiten, 24 Euro

Thomas L. Friedman
3 von 10

Thank you for being late - Ein optimistisches Handbuch für das Zeitalter der Beschleunigung
Lübbe, 480 Seiten, 24 Euro

Rainer Hank
4 von 10

Lob der Macht

Klett-Cotta, 272 Seiten, 20 Euro

Yuval Noah Harari
5 von 10

Homo Deus - Eine Geschichte von Morgen

Beck , 576 Seiten, 24,95 Euro

Nicolaus Heinen, Jan Mallien, Florian Toncar
6 von 10

Alles auf Anfang - Warum der Euro scheitert und wie ein Neustart gelingt

Campus, 235 Seiten, 24,95 Euro

Hans-Jürgen Jakobs
7 von 10

Wem gehört die Welt? Die Machtverhältnisse im globalen Kapitalismus

Knaus, 680 Seiten, 36 Euro

Der Deutsche Wirtschaftsbuchpreis, der mit 10.000 Euro dotiert ist, wird vom Handelsblatt, der Frankfurter Buchmesse und der Investmentbank Goldman Sachs verliehen. Die drei Partner wollen mit der Auszeichnung die Bedeutung des Wirtschaftsbuches bei der Vermittlung ökonomischer Zusammenhänge unterstreichen und einen Beitrag zur ökonomischen Bildung in der Gesellschaft liefern. Verständlichkeit ist ein wichtiges Kriterium. Das Motto des Preises lautet deshalb „Wirtschaft verstehen“.

Das erste Highlight des Gala-Abends in Frankfurt war die Keynote-Speech von Professor Ann-Kristin Achleitner, die auch Mitglied der Jury ist. Fulminant stimmte sie das Publikum ein mit einer Mischung aus Reflexionen über Bücher und das Lesen - „ein gutes Buch kann glücklich machen und hält jung“ – und dem Blick nach vorn, der Rezeption von Büchern in Zeiten von Algorithmen und Suchmaschinen. Am Ende zitierte sie Voltaire und deutete damit schon diskret auf die Wahl der Jury hin: „Die nützlichsten Bücher sind die, die den Leser dazu anregen, sie zu ergänzen.“

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Wirtschaftsbuchpreis - Gala-Abend im Zeichen der Zukunft

0 Kommentare zu "Wirtschaftsbuchpreis: Gala-Abend im Zeichen der Zukunft"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%