Das Buch des Preisträgers
Ein Plädoyer für ein vernünftiges Wachstum

Tomáš Sedláček gibt der Kritik an der Ökonomik ein Fundament. Das dauert 448 Seiten, die aber sehr unterhaltsam erzählt sind.
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Düsseldorf.Die herrschenden Lehren der Wirtschaftswissenschaften sind, wie sollte es anders sein, vom Desaster der Finanz- und Staatsschuldenkrise zutiefst erschüttert worden. Entsprechend gibt es eine Welle von Büchern, die ein Neudenken der Ökonomik verlangen oder versuchen - manche polemisch, manche wissenschaftlich. Oft allerdings verbirgt sich hinter der revolutionären Geste nur der Vertreter einer Denkrichtung, die in den letzten zwanzig Jahren in der Minderheit war und jetzt die alten Schlachten noch einmal aufrollen will.

Es musste wohl ein Außenseiter, ein bunter Vogel wie Tomáš Sedláček kommen, um die Irrtümer der Ökonomen bis weit hinter Adam Smith zurückzuverfolgen und das ökonomische Denken neu zu erden. Das tut der 1977 geborene Tscheche, indem er die Quellen unseres ökonomischen Denkens bis zum 4 000 Jahre alten Gilgamesch-Epos der Sumerer zurückverfolgt. Von dort arbeitet er sich über die Bibel und die griechischen Philosophen bis in die Gegenwart vor. Das dauert 448 Seiten, die aber sehr unterhaltsam erzählt sind.

Schon der Titel „Die Ökonomie von Gut und Böse“ zeigt, dass der ehemalige Berater des tschechischen Präsidenten Vaclav Havel den Wirtschaftswissenschaften keine Werturteilsfreiheit durchgehen lässt. Er stellt vergessene oder verschüttete Verbindungslinien zu Religion, Philosophie und Psychologie wieder her und schafft so ein Fundament, um Ökonomie neu zu denken.

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Ein Plädoyer für ein vernünftiges Wachstum

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Eine verführerische Botschaft für Wachstumsskeptiker

Kommentare zu " Das Buch des Preisträgers: Ein Plädoyer für ein vernünftiges Wachstum"

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  • Mit diesem Buch wurde die geballte volkswirtschaftliche Ratlosigkeit prämiert.
    Was für ein ungewollter Zynismus der Jury! Aber dieses kontrastiert auch bestens die zynische Ratlosigkeit der zeitgenössischen Wirtschafts'eliten', und bleibt ein Teil derselben. Tomáš Sedláček, Präsidentenberater und Banker, das Sein bestimmt das Bewußtsein.

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