Literatur
Gesucht: Das beste Wirtschaftsbuch

Heute startet das Handelsblatt gemeinsam mit den Partnern Goldman Sachs und Frankfurter Buchmesse die Ausschreibung für den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2013. Der Trend des Markts ist in diesem Jahr bereits eindeutig.
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DüsseldorfKaum ein Bonmot hat sich über Jahre so erfolgreich gehalten wie „It’s the economy, stupid“. Bill Clinton hatte die magische Formel seinerzeit im US-Wahlkampf gefunden. Mehr als 20 Jahre später kann man das ständig wachsende Interesse an ökonomischen Themen - und Büchern - nicht besser beschreiben.

Es scheint der einzige positive Effekt der großen Finanz- und Schuldenkrise zu sein, die seit fünf Jahren die globalisierte Welt quält: Die Zahl der Menschen steigt, die alles über wirtschaftliche Zusammenhänge wissen wollen. Immer mehr Wirtschaftsbücher, nicht nur von Fachverlagen herausgegeben, eine immer bessere Qualität der Werke und immer mehr Leser sind drei Symptome eines Phänomens auf dem Buchmarkt.

Das Interesse geht tiefer. Waren in den ersten Krisenjahren Reportagen und Analysen des großen Crashs die Bestseller, so beherrscht jetzt der Blick in die Zukunft die Wirtschaftspublizistik. Sind wir an die Grenzen des Wachstums gestoßen? Ist der Kapitalismus überholt? Ist unser Wohlstand in Gefahr? Haben wir genug aus der Krise gelernt? Oder hat sich zu wenig geändert? „Wie viel ist genug“ und „Bescheidenheit“ sind zwei Titel aus der Jahresproduktion, die eine Richtung aufzeigen.

Zum siebten Mal vergeben das Handelsblatt, die Frankfurter Buchmesse und die Investmentbank Goldman Sachs den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis. Gesucht wird das beste Buch des Jahres, das dem Motto des Preises gerecht wird: „Wirtschaft verstehen“. Die genauen Teilnahmebedingungen und das Anmeldeformular sind in diesem Artikel zu finden auf der Homepage des Preises: www.deutscher-wirtschaftsbuchpreis.de.

Autorinnen und Autoren können sich nicht selbst für den Preis bewerben. Verlage können aber bis zu drei Titeln einreichen. Der Zeitplan steht: Ende Juni ist Einsendeschluss, doch es gibt noch einmal eine zweiwöchige Frist für Fahnen und Manuskripte, die bis dahin noch nicht fertig sind, um auch die Herbstproduktion der Verlage vor der Buchmesse „einzufangen“. Aus allen Einsendungen erstellt die Handelsblatt-Redaktion eine Shortlist mit zehn Finalisten. Diese wird am 9. August auf der Literaturseite veröffentlicht. Wer den Deutschen Wirtschaftsbuchreis 2013 gewinnt, entscheidet eine hochkarätige Jury unter dem Vorsitz von Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart.

Am 10. Oktober findet in Frankfurt im Rahmen der Buchmesse die festliche Preisverleihung statt. 2012 siegte der tschechische Ökonom Tomas Sedlacek mit seinem Buch „Die Ökonomie von Gut und Böse“. „Dieses brillant geschriebene Wirtschaftsbuch regt uns dazu an, Wirtschaft neu zu denken“, sagte der Jury-Vorsitzende Steingart in seiner Laudatio. „Sedlacek erinnert uns daran, dass Wirtschaft nicht ein großer Geldautomat ist, sondern eine ethische Veranstaltung, bei der es vielmehr um beides geht: um Wohlstand und um Freiheit.“

Regina Krieger
Regina Krieger
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " Literatur: Gesucht: Das beste Wirtschaftsbuch"

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  • da dürfte es eigentlich nur 1 Preisträger geben:
    Nassim Nicholas Taleb

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