Shortlist
Das Glas ist halb voll

Für Bert Rürup und Dirk Heilmann geht Deutschland als Gewinner aus der Krise.
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Düsseldorf.Der Titel ist eine Provokation: Deutschland Fette Jahre inmitten der schweren Währungs- und Staatenkrise vorauszusagen ist mehr als mutig. Es ist geradezu eine Frechheit, die sich die Autoren Bert Rürup und Dirk Heilmann herausgenommen haben. Doch den Vorwurf nehmen der Wissenschaftler und Politikberater Rürup und der Wirtschaftsjournalist Heilmann gern in Kauf. War es doch ihr dezidierter Plan, den gängigen Weltuntergangsszenarien eine komplett andere These entgegenzusetzen. Deutschland werde als Gewinner aus der gegenwärtigen Krise hervorgehen, schreiben sie.

Die Propheten des Untergangs sollen ruhig das stets halb leere Glas beklagen. Rürup und Heilmann glauben fest an das halb volle Gefäß. Diese These leitet das Autorenduo auf 260 Seiten her. Das sich anschließende Fazit ist eigentlich gar keines. Es ist vielmehr ein Blick in die Glaskugel. Deutschland im Jahre 2030 - höchstes Pro-Kopf-Einkommen unter den Industrienationen, praktisch Vollbeschäftigung, Triple-A für den Staat. Kurzum, Deutschland hat politische Stabilität bewiesen und die Krise weitgehend vergessen.

Dafür, so die Argumente der Autoren, braucht es nicht einmal einschneidender Reformen. Selbst die fünf großen Herausforderungen, vor denen nach ihrer Analyse unser Land steht, kommen vergleichsweise harmlos daher. Mit den Einschnitten der Agenda 2010 ist das nicht vergleichbar. Die deutsche Gesellschaft ist reformfähiger und vernünftiger, als sie es selbst glauben mag.

Kommentare zu " Shortlist: Das Glas ist halb voll"

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  • Deutschland hätte fette Jahre vor sich gehabt, wäre nicht die Kapitalflucht nach Deutschland durch verschiedene öffentlich erzwungene Kapitaltranfers aus Deutschland (Target2, SMP, EFSF, ESM, OMT) konterkariert worden.

    Deutschland hat die ersten 10 Jahre im Euro extrem unter der Kapitalflucht nach Süden gelitten und wird nun daran gehindert vom Gegeneffekt zu profitieren.

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