Shortlist Deutscher Wirtschaftsbuchpreis
Denke lieber ungewöhnlich!

Können nur Genies neue Geschäftsmodelle entwickeln und Patente aushecken? Nein, sagt der Psychologe Adam Grant in seinem Buch "Die Non-Konformisten". Wir müssen querdenken. Und ins Museum gehen.

DüsseldorfSteve Jobs, Jeff Bezos, Marc Zuckerberg oder Larry Page: Was machen Menschen, die unsere Welt verändern, anders als wir? Wie schafft man etwas wirklich Neues, das die Konkurrenz vom Markt fegt? Haben Sie sich das schon einmal gefragt? Die Antwort steht in "Nonkonformisten", dem Buch des amerikanischen Organisationspsychologen Adam Grant, und sie lautet: Sie denken anders. Sie denken quer. Ob Wissenschaftler, Unternehmer oder Erfinder: Sie alle haben ein untrügliches Gefühl dafür, wann etwas in die richtige Richtung läuft oder geradewegs in eine Sackgasse. Dabei sind sie keine angepassten Konformisten, die die Firmenkultur verinnerlicht haben und einen guten Job machen, sondern stets Rebellen, Revolutionäre, Unruhestifter und Eigenbrötler.

Geht es nach Grant, wären wir klug beraten, sie uns zum Vorbild zu nehmen, wenn wir unsere eigenen Ideen umsetzen und Großes leisten wollen. Natürlich, das klammert Grant nicht aus, stoßen auch die Querdenker auf Probleme und erleben Rückschläge, aber sie stehen immer wieder auf und machen trotz Widerstand weiter. Wie das gehen kann, ohne seine Karriere und seine Beziehungen aufs Spiel zu setzen, und welche Fähigkeiten man dafür braucht, zeigt der Autor auf 384 Seiten - spannend und lesenswert aufgeschrieben.

An den Anfang stellt der 34-jährige Adam Grant, der als Berater schon für die Vereinten Nationen, das Weltwirtschaftsforum, Google, IBM und die Citigroup tätig war, eine Geschichte über vier Studenten, die im Herbst 2008 auszogen, eine ganze Branche zu revolutionieren. Sie hatten keine Ahnung vom Internethandel und der dafür notwendigen Technologie, und noch weniger verstanden sie etwas von Einzelhandel, Mode oder Bekleidung. Doch sie wollten Brillen, die im Laden 500 Dollar kosteten, online für 95 Dollar verkaufen und für jede verkaufte Brille einem Entwicklungsland eine Brille spenden. Ihre Freunde reagierten skeptisch. Kein Mensch würde jemals eine Brille übers Internet kaufen, sagten sie, denn man müsse sie ja anprobieren. Schließlich war da noch der Branchenführer Luxottica, der mehr als 80 Prozent des Marktes beherrschte, der vom Sockel gestürzt werden musste. Die Jungunternehmer ließen sich nicht entmutigen. Sie nannten ihr Unternehmen Warby Parker und legten los.

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