Shortlist Wirtschaftsbuchpreis
Was Langenfeld mit Griechenland zu tun hat

Wofür darf sich der Staat langfristig verschulden? Für die Bewältigung von Naturkatastrophen, für Kriege und für "wachstumsfördernde Infrastrukturinvestitionen". Diese Meinung vertreten Hanno Beck und Aloys Prinz in ihrem Buch "Abgebrannt", dass trotz seines reißerischen Titels insgesamt sehr sachlich und gut argumentiert daherkommt. Der Untertitel "Unsere Zukunft nach dem Schulden-Kollaps" und eine Banderole "USA, Griechenland, Italien ... Wer ist der Nächste?" zeigen die Aktualität.
  • 0

DüsseldorfDie Autoren versuchen, "gute" von "schlechten" Schulden zu unterscheiden. Gut ist alles, was man guten Gewissens der nächsten Generation aufbürden kann. Und das wären dann vor allem die Finanzierung außerordentlicher Ereignisse, also Katastrophen, und Investitionen, die künftig höhere Staatseinnahmen bringen oder von denen die nächste Generation noch etwas hat. Ansonsten sollte jede Generation darauf achten, dass sie ihre Schulden selbst begleicht.

Beck und Prinz gehen weit in die Geschichte zurück, um das Problem der Staatsverschuldung zu beschreiben. Sie erklären Philipp II., der Spanien im 16. Jahrhundert gleich viermal in die Pleite trieb, zum "Superstar der Bankrotteure". Und sie zitieren den französischen Finanzminister Abbé Terray, der im 18. Jahrhundert sagte: "Ein Bankrott ist alle 100 Jahre einmal für einen Staat eine Notwendigkeit, um die Bilanz wiederherzustellen."

Die Autoren weisen nach, dass die Grundidee zur "Rentenmark", mit der Deutschland 1923 die Inflation gestoppt hat, schon in Goethes Faust II zu finden ist. Sie analysieren die Staatspleite in Argentinien vor rund zehn Jahren, die vielen Anlegern noch in unangenehmer Erinnerung ist.

Als Positivbeispiele im Kleinen führen sie die Stadt Langenfeld an, die über mehr als 20 Jahre radikal ihre Schulden abgebaut hat, und einen griechischen Vizeadmiral, der aus Protest zurückgetreten ist, weil sein überschuldeter Staat noch U-Boote gekauft hat.

Seite 1:

Was Langenfeld mit Griechenland zu tun hat

Seite 2:

Was den Kern des Buches bildet

Kommentare zu " Shortlist Wirtschaftsbuchpreis: Was Langenfeld mit Griechenland zu tun hat"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%