Wirtschaftsbuchpreis 2014
„Flash Boys“ ist das Wirtschaftsbuch des Jahres

Ein Krimi aus Bankenkrise und Big Data: „Flash Boys“ ist das Wirtschaftsbuch des Jahres. Die Jury bezeichnete das Werk von Autor Michael Lewis als „fulminantes Plädoyer für einen Kulturwandel im Geldgewerbe“.
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DüsseldorfGroße Ehre für Michael Lewis: Für sein Buch „Flash Boys – Revolte an der Wall Street“ ist er am Donnerstagabend mit dem Deutschen Wirtschaftsbuchpreis ausgezeichnet worden. Er setzte sich unter anderem gegen Thomas Piketty („Das Kapital des 21. Jahrhundert“) und Peter Thiel („Zero to One“) durch.

Die Jury begründete ihr Urteil damit, dass Lewis in seinem Sachbuch zwei große Debatten der Gegenwart aufgreife: Big Data und Bankenkrise. „Lewis‘  Buch ist eine allgemeinverständlich geschriebene Parabel darauf, dass Spitzen-Technologie nicht automatisch den Wohlstand der Nationen befördert, sondern reale Wertschöpfung sogar zerstören kann.“

„Wir prämieren Flash Boys, weil hier ein großartiger Erzähler sich auf verständliche und unterhaltsame Art einem der wichtigsten Gegenwartsthemen angenommen hat, den Fehlentwicklungen der Finanzwirtschaft“, sagte der Jury-Vorsitzende Gabor Steingart, Herausgeber des Handelsblatts. „Das Buch ist ein fulminantes Plädoyer für einen Kulturwandel im Geldgewerbe.“

Lewis zeige am Beispiel des Hochfrequenzhandels, seiner Helfer und Helfershelfer, dass die Finanzkrise noch immer nicht vollständig aufgearbeitet sei. Auch  der das Problem verschärfende Einfluss einer falsch verstandenen Regulierung wird anschaulich thematisiert.

Der amerikanische Bestsellerautor beschreibt in seinem Buch, wie Händler Wertpapiere mit leistungsstarken Computern und Kabelnetzen im Millisekundentakt handeln und sich dadurch Vorteile gegenüber dem restlichen Markt verschaffen. Nach dem Erscheinen nahmen das FBI und die Börsenaufsicht SEC Ermittlungen auf.

Der 1960 in New Orleans geborene Autor und Wirtschaftsjournalist Michael Lewis war nach dem Studium der Kunstgeschichte in Princeton und der Wirtschaftswissenschaften an der London School of Economics selbst Händler und arbeitete bei der Investmentbank Solomon Brothers. Dann entschied er sich, als Autor zu arbeiten. Sein erstes Buch von 1989, „Wall Street Poker“, wurde sofort ein Bestseller. Über die Immobilienkrise, die zum Lehman-Crash 2008 führte, schrieb Lewis den Bestseller „Big Short“, der in den USA gerade verfilmt wird.

Der Deutsche Wirtschaftsbuchpreis wird verliehen vom  Handelsblatt, der Frankfurter Buchmesse und der Investmentbank Goldman Sachs, die das Preisgeld stiftet. Die Partner wollen mit der Auszeichnung die Bedeutung des Wirtschaftsbuches bei der Vermittlung ökonomischer Zusammenhänge unterstreichen und einen Beitrag zur ökonomischen Bildung in der Gesellschaft liefern. Verständlichkeit ist ein wichtiges Kriterium. Das Motto des Preises lautet deshalb „Wirtschaft verstehen“.

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