„Wostok“-Kapsel
Raumschiff kommt bei Sotheby's unter den Hammer

Für mehrere Millionen Dollar will Sotheby's zum 50. Jahrestag des ersten bemannten Raumflugs eine „Wostok“-Kapsel versteigern. Um den Preis zu erzielen, greift das Auktionshaus gar zu einem dezenten Etikettenschwindel.
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New YorkEines der ersten Raumschiffe im All ist demnächst in New York für ein paar Millionen Dollar erhältlich. Beim Auktionshaus Sotheby's soll am 50. Jahrestag des ersten Raumfluges eines Menschen die Landekapsel eines sowjetischen „Wostok“-Raumschiffes unter den Hammer kommen. Es stammt vom letzten Erprobungsflug im März 1961. Kurz darauf flog am 12. April eine baugleiche Kapsel mit Juri Gagarin ins All.

Die „Wostok“-Raumschiffe waren die erste Generation bemannter sowjetischer Raumschiffe. Die von Sotheby's verbreitete Bezeichnung als „erstes Raumschiff“ ist allerdings kreativ ausgelegt: Der erste Mensch flog ja eben erst drei Wochen später mit einer anderen Kapsel ins All. Und Testflüge mit Tieren und Testpuppen hatte es schon vorher mit „Wostok“-Kapseln gegeben. In der 3KA-2, die jetzt zur Versteigerung steht, war neben dem Hund Swjosdotschka (Sternchen) auch „Iwan Iwanowitsch“ ins All geflogen - die lebensgroße Puppe eines Kosmonauten, die Flug und Landung ebenso überstand wie das Tier.

Was jetzt zur Versteigerung steht, ist die Landekapsel des Fluges - alle anderen Teile sind entweder auf die Erde zurückgestürzt oder verglüht. Die 2,3 Meter dicke Kugel hat eine große Öffnung, durch die später die Kosmonauten ein- und aussteigen sollten. Im Innern finden sich allerlei Instrumente, die nach 50 Jahren reichlich altmodisch wirken.

Die Kapsel war laut Sotheby's kurz nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion verkauft worden und ist die einzige in privater Hand. Das Auktionshaus erhofft sich zwei bis zehn Millionen Dollar (bis zu sieben Millionen Euro).

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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