Zahl der Schüler steigt
Latein ist nicht völlig am Ende

Latein ist eine tote Sprache? Mitnichten, sagen Latein-Liebhaber und erfinden neue Vokabeln für die Gegenwart. Internet heißt „nexus retialis“, Computer „computator“. Die Zahl der Schüler von Ovids Sprache steigt an.
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MünsterWas unter dem Bauchnabel der Hollywood-Schönheit Angelina Jolie die Blicke auf sich zieht, kann nur sexy sein. „Quod me nutrit me destruit“, steht dort eintätowiert. Zu Deutsch: „Was mich nährt, zerstört mich.“ Die tote Sprache Latein hat im 21. Jahrhundert immer noch viele Fans.

Die Gemeinde wächst sogar. „Die Nachfrage nach Latein ist seit einigen Jahren unglaublich“, sagte der Philologe Professor Karl Enenkel am Rande der größten Tagung der Neolatinistik. 300 Wissenschaftler kamen dafür nach Münster. Die Tagung endete am vergangenen Wochenende.

Um eindrucksvolle 30 Prozent ist die Zahl der Schüler, die „rex, regis, regi, regem, rege“ herunterdeklinieren lernen, seit Ende der 90er Jahre gestiegen. Etwa jeder zehnte Schüler in Deutschland wählt inzwischen die Vokabeln von Ovid und Marc Aurel als Fremdsprache.

Manche Unis haben wegen des Andrangs im Fach Latein den Numerus Clausus eingeführt. Da kommt erst einmal der Verdacht auf, dass die beliebte Romanfigur Harry Potter mit ihren lateinischen Zaubersprüchen Ende der 90er den Ansturm ausgelöst hat. Zwar kann der Lateinprofessor dies nicht widerlegen, führt aber noch ganz andere Argumente ins Feld.

In einer Welt, die immer hektischer und unübersichtlicher werde, sei Latein aus der Sicht von Eltern ein Gegenpol, sagt Enenkel. Sie wüssten, dass ihre Kinder im Lateinunterricht etwas über die europäische Geschichte, Literatur und Kultur lernen, ohne dabei pausenlos unterhalten zu werden. „Immerhin müssen sich die Schüler bei Latein sehr stark konzentrieren und ihr Gedächtnis trainieren. Und das ist gut, weil ja heute fast alles schnell gegoogelt werden kann“, sagt Enenkel.

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Latein ist nicht völlig am Ende

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„Asterix“-Comics auf Latein

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  • Latein braucht kein Mensch, zumindest nicht in der Schule. Englisch und Französisch sowie als "Exoten" Russisch oder Chinesisch sind die Sprachen, die man im Leben und Beruf am ehesten brauchen kann.

    Und unsere Medizinerzunft täte gut daran, sich nicht hinter wichtig klingenden lateinischen Begriffen zu verstecken, sondern Englisch als Fachsprache einzuführen.

  • Warum im deutschen Schulunterricht nicht die Weltsprache Spanisch statt der toten Sprache Latein unterrichtet werden kann, verstehe ich nicht. Spanisch ist im Aufbau dem Latein sehr ähnlich und wäre nach Englisch als zweite Fremdsprache von grösserem Nutzen.

  • Merkwürdig, bei uns ist Latein immer miserabel ausgefallen. Die Notenschnitte waren schlechter als bei den meisten Klausuren an der Uni...

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