Zeitgenössische Kunst
Auf der Rechnung von Bieter Nr. 0015

Christie’s legt in New York die beste Auktion aller Zeiten hin. Für zeitgenössische Kunst fließen über 850 Millionen Dollar Einnahmen. Über 500 Bieter aus 34 Ländern sind am Ergebnis beteiligt, darunter viele neue Kunden aus dem Mittleren Osten und Asien. Sotheby’s Auktion leidet unter zu aggressiven Erwartungen. Lichtblick ist der Komplettverkauf der Sammlung Mellon.
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New YorkMit einer treffsicheren Zusammenstellung von bester Qualität und Frische von Pop Art, Abstraktem Expressionismus, Aktuellem und auch Fotografie legte Christie’s am 12. November 2014 eine Zeitgenossenauktion der Superlative hin. Christie’s, seit Mai 2012 ungeschlagener Marktführer der Sparte, hängte mit Einnahmen in Höhe von 852,9 Millionen Dollar die Konkurrenz endgültig ab.

Dieses Ergebnis steht auch für die beste Auktion aller Zeiten. Drei Werke kletterten über 50 Millionen, elf über 20 Millionen und 23 über 10 Millionen Dollar. Von 80 angebotenen Losen fanden nur fünf keine Käufer. Fast dreieinhalb Stunden lang dauerte der stete Verteilungskampf im Saal. „Diese Auktion reflektiert sowohl den wachsenden globalen Enthusiasmus und die Nachfrage in dieser Kategorie als auch ein Vertrauen in den Kunstmarkt, der in jeder Saison frischen Nachschub an begeisternden Werken von hoher Qualität bringt“, so erklärt Brett Gorvy, Abteilungsleiter Postwar and Contemporary Art den Erfolg. Das Haus hatte über 500 Bieter aus 34 Ländern registriert, darunter sehr viele neue Kunden aus dem Mittleren Osten und Asien. Aber auch das amerikanische Publikum im Saal war überaus aktiv.

Weiße Schnörkel auf grauem Grund

Zu den elf Künstlerrekorden gehörte auch Martin Kippenbergers wichtiges Bild „Untitled“ (1988) aus der Serie seiner Selbstporträts als Picasso in weißer Unterhose. Kippenbergers gestiegene internationale Wertschätzung unterstrich Larry Gagosian und bewilligte 22,6 Millionen Dollar. Die Taxe lag zwischen 15 und 20 Millionen Dollar. Kurzzeitig war auch ein chinesischer Konkurrent interessiert. Gagosian zahlte ebenfalls einen Rekordpreis von 30,4 Millionen Dollar für Ed Ruschas frühes Bild „Smash“ (1963) aus der Reihe von Wort-Bildern, die ihn als einen der innovativsten und einflussreichsten Maler seiner Generation etablierte. Auch hier waren 15 bis 20 Millionen Dollar geschätzt worden.

Heftiger Wettbewerb um Cy Twomblys großformatige Tafel „Untitled“ (1970) mit weißen Schnörkeln auf grauem Grund ließ dagegen selbst Marktkenner staunen. Der Hammer fiel bei hohen 69,6 Millionen Dollar. Erwartet wurden 35 bis 55 Millionen Dollar. Hier setzte sich Christie’s Mitarbeiterin Isabelle de la Bruyere, die aus London auch Kunden aus dem Mittleren Osten, Russland und Indien betreut, im Kundenauftrag über zahlreiche Mitbewerber hinweg.

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