Zeitgenössische Kunst
Baselitz malt die Vergänglichkeit

Er ist einer der wichtigsten deutschen Künstler unserer Zeit, und das nun schon seit über 40 Jahren: Georg Baselitz. Eine Ausstellung in der Berliner Galerie Contemporary Fine Art ist sein erster starker Auftritt in dem "anderen" Chipperfield-Bau gegenüber dem Neuen Museum. Vor knapp zwei Jahren hatte er im alten Domizil der Galerie noch seine Serie von "Remix"-Bildern gezeigt: burschikose Alterswerke, in denen sich der 70-Jährige mit heftigem Pinselschwung mit dem eigenen früheren Werk auseinendersetzt, etwas zu leicht und lässig vielleicht.

Georg Baselitz ist einer der wichtigsten deutschen Künstler unserer Zeit, und das nun schon seit über 40 Jahren: Georg Baselitz. Eine Ausstellung in der Berliner Galerie Contemporary Fine Art ist sein erster starker Auftritt in dem "anderen" Chipperfield-Bau gegenüber dem Neuen Museum. Vor knapp zwei Jahren hatte er im alten Domizil der Galerie noch seine Serie von "Remix"-Bildern gezeigt: burschikose Alterswerke, in denen sich der 70-Jährige mit heftigem Pinselschwung mit dem eigenen früheren Werk auseinendersetzt, etwas zu leicht und lässig vielleichtWas damals streckenweise wie ein selbstverliebter Rückblick wirkte, hat sich jetzt deutlich verjüngt und entkrampft. Die Großskulptur, die Gemälde und Zeichnungen, die in den beiden Galerieetagen ausgestellt sind, zeigen einen Künstler, dessen Alterswerk noch genug malerischen Biss hat, dabei aber zugleich deutsches Pathos entkrampft.

"Extra unintelligent", wie er selbst sagt, hat er seine neuen Themen angepackt. Aber auch sie haben einen doppelten Boden. Wieder ist der Erzrealist Otto Dix eine der zentralen Inspirationsquellen. In charakteristischen, auf den Kopf gestellten Paarungen begegnen sich vor schwarzem Hintergrund die Maler Dix und Goya, Dix und Victor Brauner, Dix und Willem de Kooning.

Es handelt sich um Paraphrasen ein und desselben Themas: das auf eine Altersfratze blickende "Mädchen vor dem Spiegel" von Otto Dix. Es sind Hochformate, die das Wesen der Malerei in expressivem Furor beschwören. Mit unruhig-herber Pinselführung, mit hartem, verfremdetem Farbeinsatz, mit erklärtem Willen zur Hässlichkeit. Die stilistischen Anspielungen auf die jeweiligen Maler sind dem eigenen Duktus untergeordnet.

Da ist es wieder, das Dauerthema der europäischen Kunstgeschichte seit der Reformation: die Darstellung der Vergänglichkeit. Nicht gerade beiläufig befassen sich auch einige der Zeichnungen (je 32 000 Euro) mit dem Sujet, allen voran das um den Aufkleber einer amerikanischen Kladde gruppierten Schädelhaufen. Eine andere Zeichnung, "Die Witwe", ist wiederum eine Hommage an ein berühmtes Hauptwerk von Dix.

Seite 1:

Baselitz malt die Vergänglichkeit

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%