Zeitgenössische Kunst
Die Artissima internationalisiert ihr Profil

Die Turiner Messe für zeitgenössischen Kunst Artissima (5.- 7.11. 2010) wird internationaler und stellt neben Tendenzen der Gegenwartskunst kuratorische Aspekte der Händleraktivität in den Vordergrund. Der neue Bereich ?Back to the Future? ist ein Historisierungsversuch der 1960er- und 1970er-Jahre, eine Entdeckungsreise zu vergessenen Wegbereitern der heutigen Kunst.
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ROM. Das hat es noch gegeben, dass über die Hälfte der Galerien einer italienischen Messe aus dem Ausland kommen. Turin erzielt mit 50 ausländischen gegenüber 48 nationalen Ausstellern im Hauptbereich und 23 zu fünf im Förderbereich 'New Entries' die Vorrangstellung. Rechnet man noch die internationalen Galerien dazu, die in der Sektion 'Present' Futur Nachwuchskünstlern in Soloshows präsentieren und diejenigen, die den neuen Sektor 'Back to the Future' mit Hommagen an Künstler der jüngeren Vergangenheit bespielen, dann hat das Ausland in dem sonst eher als Heimspiel anmutenden Messepanorama des Stiefels erstmals das Übergewicht.

Neuer Messeleiter

Den einen oder anderen Beobachter mögen sich politische und wirtschaftliche Parallelen aufdrängen. Nur hat es im Fall der Kunst nichts mit Terrainverlust auf dem internationalen Spielfeld zu tun. Ganz im Gegenteil, es zeigt, dass Italien, oder zumindest Turin, im Ausland an Boden gewinnt und für Galeristen und Sammler attraktiv geworden ist. Vor allem Deutschland, Frankreich und Großbritannien scheinen sich viel von Turin zu versprechen. Das dürfte der Verdienst des neuen Messeleiters Francesco Manacorda sein, der für italienische Verhältnisse, was die Besetzung führender Positionen betrifft, mit 36 Jahren erstaunlich jung ist. Zudem legt er eine für Italien ungewöhnlich weltoffene und anglophile Mentalität an den Tag. Manacorda lebt in London, wo er Kunstgeschichte und Kritische Theorie am Curating Contemporary Art Department of the Royal College of Art lehrt. Seit November 2009 betreut er zudem die Ausstellungen des Londoner Instituts für zeitgenössische Kunst (IAC).

21 deutsche Galerien

Dass Manacorda so manch einer von der Themse an den Po folgt, ist folglich verständlich, doch kommt auch von der Spree und allgemein von Deutschland mit insgesamt 21 Galerien guter Zulauf. Neben der 14 Händler starken Berliner Fraktion treten in Turin unter anderem Konrad Fischer (Düsseldorf/Berlin), Reinhard Hauff (Stuttgart) und die Münchner Galerien Barbara Gross, Sonja Junkers und Steinle an.

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