Zeitgenössische Kunst
Die besten Galerieausstellungen in Berlin

Berlin zählt inzwischen 450 Galerien. Da ist Überblick gefragt. Der Reiz eines Rundgangs besteht in der Mischung aus Marktführern und neuen hoffnungsvollen Unternehmen, die Profil beweisen. Ein Überblick.
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BERLIN. Die Berliner Galerieszene bleibt in Bewegung. Ein kontinuierliches Kommen und Gehen ist bei den auf die Megazahl 450 angewachsenen Galerien der Hauptstadt ganz normal. So ziehen sich immer wieder kurzlebige Hobbyunternehmen aus der von etwa dreißig Marktführern beherrschten Szene zurück und neue hoffnungsvolle Unternehmen treten auf den Plan, von denen auch nur wieder ein Teil bleibt. Diese Fluktuation beherrscht das Bild einer Kunststadt mit hartem Kern und weichen Rändern, einer Marktmetropole, in der sich die Migration der Galerien nach den Mietpreisen richtet.

Die jüngsten Abgänge

Das Handtuch geworfen haben in diesem Herbst zwei renommierte Galerien: die Berliner Dependance von Haunch of Venison und die Galerie Klara Wallner, die erst im September 2009 an das Tempelhofer Ufer umgezogen war. Hier zeigt die Galerie Wentrup bis zum 22.12. drei neue Werkgruppen des dänisch-schweizerischen Künstlers Cristian Andersen, die zwischen Bild und skulpturaler Installation changieren. Vor allem die aus Fundstücken und Trashelementen komponierten Bronzeskulpturen haben eine das Heterogene verdichtende Präsenz (38.000, 45.000 Euro).

Lieblingsstandort Schönberg

Die Meile zwischen Bülowstraße und Schöneberger Ufer entwickelt sich immer mehr zu einem noch bezahlbaren zentralen Galeriestandort. Esther Schipper zieht im neuen Jahr von der Linienstraße in Sichtweite der Neuen Nationalgalerie. Neben den Galerien, die sich bereits auf der Potsdamer Straße niedergelassen haben, werden weitere erwartet, die zum Teil mit dem alten Areal des Tagesspiegels liebäugeln.

Neuanfang bei Zero

Ein Neuzugang in der Bülowstraße 90 ist seit einigen Monaten die Galerie Aanant & Zoo, die aus Mitte in eine 300 qm große Raumfolge umgezogen ist. Bis zum 29. Januar zeigt sie in diesem imposanten Altbau eine Gruppenausstellung mit Werken von sieben Künstlern aus Zagreb, die konzeptuell arbeiten und das Image der Negation und Verweigerung pflegen. Das Spektrum reicht von den in den 50-er Jahren entstandenen grauen "Negations de peinture" des Kunsthistorikers Mangelos bis zu einer 1993 entstandenen Serie von Mladen Stilinovic, in der die Subtraktion von Nullen auf weißem Grund das Bildprogramm prägt (40.000 Euro). Das absurde Zahlenspiel will nichts anderes sagen als: Wann ist die endgültige Zone Zero für einen Neuanfang erreicht?

Tödliche Ruhe

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