Zeitgenössische Kunst
Mit Konvoluten klotzen statt zu kleckern

Van Ham ist nicht kleinlich bei seinem Angebot zeitgenössischer Kunst. Das Kölner Auktionshaus wartet Ende Mai gleich mit ganzen Werktranchen von Künstlern auf, die bei Sammlern hoch im Kurs stehen.
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KölnDas Kölner Auktionshaus Van Ham fährt anlässlich seiner Frühjahrsauktion 2014 wieder umfangreiche Werkkonvolute einschlägiger Marktlieblinge auf. Bereits im letzten Herbst konnte Auktionator Markus Eisenbeis mit einem solchermaßen reichlich, auch an Qualität bestückten Programm punkten.

Natürlich sind die Zero-Künstler Otto Piene und Günter Uecker wieder mit dabei. Piene mit 13 Rauchbildern, darunter die 80 cm hohe Leinwand „Anniversary Star“ von 1976 zum Schätzpreis von 50.000 bis 70.000 Euro. Aus dem Rahmen fällt ein gerastertes, silberfarben glasiertes Ton-Objekt namens „Not Lead. Platinbarren“ von 2009, das mit Echtheitszertifikat des Künstlers für 8.000 bis 12.000 Euro angeboten wird. Unter den vier kapitalen Uecker-Werken ragt das dramatische Nagelbild „Sturz“ von 1987 heraus, für das 150.000 bis 200.000 Euro erwartet werden.

Aus einer Bonner Privatsammlung stammt eine Mischtechnik „Ohne Titel“, die Sigmar Polke 1993 in Rastertechnik auf die Leinwand brachte. Fehlstellen und Schlieren konterkarieren die Anmutung des Technischen. Es dominieren die Farben Blau und Türkis auf einem beigefarbenen Untergrund (Taxe 50.000 bis 70.000 Euro).

Kapitale Werke von Richter

Hohe Erwartungen verknüpfen sich an eine sechsteilige umfangreiche Passage aus Gerhard Richters Gesamtwerk „Rot-Blau-Gelb“ (1973). Es handelt sich um die untere linke Ecke der ursprünglich aus 100 Bildern zusammengesetzten Arbeit. Die Leinwände werden auf Wunsch gemeinsam versteigert, wobei zunächst die Losnummern einzeln aufgerufen und unter Vorbehalt zugeschlagen, anschließend mit der Gesamtzuschlagssumme erneut aufgerufen werden. Jedes Teilstück ist mit 80.000 bis 100.000 Euro veranschlagt. Damit hat es aber in dieser Auktion mit Richter nicht sein Bewenden, denn es folgen noch drei weitere viel versprechende Gemälde, darunter eine braune Vermalung für 40.000 bis 60.000 und eine Jahresgabe des Bonner Kunstvereins für 50.000 bis 70.000 Euro.

Die Malerei-Offerte umfasst auch eine zweiteilige Leinwand „Ohne Titel“ von Andreas Schulze (1085) für geschätzte 10.000 bis 15.000 Euro. Auch interessant ist Dirk Skrebers großformatiges Bild „Ohne Titel“ aus dem Jahr 2000, das mit 25.000 bis 30.000 Euro angesetzt ist. Sehr düster, aber apart ist ein sehr viel früher entstandenes Gemälde des nach wie vor unterbewerteten Georg Meistermann. „Fallendes Rot (Versinkendes Rot) von 1960/61 trägt einen Schätzpreis von 20.000 bis 30.000 Euro.

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Mit Konvoluten klotzen statt zu kleckern

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