Zeitgenössische Kunst
Wie Larry Gagosian sein Kunstimperium vergrößert

An Larry Gagosian kommt kein Sammler vorbei, wenn er die ganz großen Künstler der Nachkriegszeit kaufen möchte: Pablo Picasso, Willem de Kooning oder Robert Rauschenberg. Unablässig vergrößert der geschäftstüchtige Amerikaner sein Kunst-Imperium. Die zehnte Zweigstelle eröffnet jetzt in Paris. In Abu Dhabi gibt er Einblick in seine Privatsammlung.
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PARIS. Larry Gagosian ist der Joker des globalisierten Kunstmarktes. Der geografisch omnipräsente Galerist ist für viele Sammler und Museen eine unumgängliche Figur, denn er spinnt sein beinhart kalkuliertes Beziehungsnetz weltweit auf allen Ebenen. Seit seiner ersten Galerieeröffnung 1979 in Los Angeles scheut der Amerikaner die Öffentlichkeit. Im Herbst 2009 war er erstmals zu einem Interview in der Emirats-Tageszeitung "The National" bereit, und an einem Round-Table-Gespräch teilzunehmen, als er auf der Kunstmesse "Abu Dhabi Art" ausstellte. Dort fuhr er seine Künstlerstars Jeff Koons, Damien Hirst, Takashi Murakami, bzw. Picasso und Cy Twombly auf. Nach dem Verkauf eines Willem de Kooning-Werkes für angeblich 13 Mio. Dollar in Abu Dhabi positioniert sich Gagosian nun im zukünftigen Kunst-Dorado am Persischen Golf.

Einblick in die Privatsammlung

Von Ende September bis Ende Januar 2011 zeigt der Galerist erstmals seine Privatsammlung auf der zukünftigen Museumsinsel Saadiyat in dem großen provisorischen Ausstellungshangar "Manarat Al Saadiyat" unter dem Titel "RSTW". In alphabetischer Reihenfolge steht das Anagramm für die Initialen von sechs Künstlern: Robert Rauschenberg, Ed Ruscha, Richard Serra, Cy Twombly, Andy Warhol und Christopher Wool. Diese amerikanischen Nachkriegskünstler sind mit insgesamt 70 Werken aus den Jahren zwischen 1962 und 2010 vertreten.

Gagosian plant eine Stiftung

"Die Sammlung ist immens und bedeutend", urteilt die Kuratorin der Abu Dhabi-Ausstellung und Direktorin des Pariser Picasso-Museums, Anne Baldassari. "Sie umfasst zirka eintausend Werke. Genug, um die Stiftung zu gründen, die Gagosian plant. Picasso steht im Zentrum der Sammlung". Übrigens zog die Schau "Picasso Mosqueteros" im letzten Jahr in Gagosians Londoner Galerie mehr als 100.000 Besucher an. Denn Gagosian ist seit seiner New Yorker Zusammenarbeit mit Leo Castelli in den 1990er-Jahren für museumsreife Ausstellungen bekannt.

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