Zum 400.
Zwei Städte feiern Rembrandt

Leiden und Amsterdam feiern den 400. Geburtstag ihres berühmtesten Kindes. Dabei wird das Publikum nicht nur durch zahlreiche Rembrandt-Ausstellungen angelockt, sondern auch durch Volksfest-Atmosphäre: Leiden, die Geburtsstadt des Malers, versetzt sich für drei Tage zurück ins 17. Jahrhundert.

HB AMSTERDAM. In Leiden wurde Rembrandt Harmenszoon van Rijn geboren. In Anspielung auf Rembrandts Hell-Dunkel-Technik hat die Stadt ihre Festlichkeiten unter das Motto gestellt: „In Leiden sah Rembrandt das Licht“. Sein Geburtshaus steht nicht mehr, wohl aber ein Ebenbild der Mühle, die sein Vater betrieb. In der ganzen Stadt soll vom 14. bis zum 16. Juli Rembrandts Zeit wieder aufleben, mit Handwerkern, Musikanten und Schauspielern. Darsteller in den Kostümen der Figuren der „Nachtwache“ marschieren durch die Stadt und stellen Rembrandts wohl berühmtestes Bild nach. Auf den Grachten werden noch zwölf andere Bilder Rembrandts zum Leben erweckt.

Mit Rembrandt-Fahnen und riesigen Transparenten macht Amsterdam auf seinen berühmten Bürger aufmerksam. Dorthin war der Maler im Alter von 25 Jahren gezogen, dort starb er am 4. Oktober 1669. Sein Wohnhaus in der Jodenbreestraat ist zu besichtigen. Dort ging gerade die Ausstellung „Rembrandt, ein Genie auf der Suche“ zu Ende, die weit mehr als 100 000 Besucher angezogen hat und vom 8. Juli an in Berlin zu sehen ist. Im Rembrandthaus werden nun Rembrandts Radierungen gezeigt. Darüber hinaus gibt das Museum einen hervorragenden Eindruck vom Leben Rembrandts: Da der Maler das Gebäude nicht abbezahlen konnte und deshalb sein Hab und Gut versteigern lassen musste, wurde eine exakte Liste seines Besitzes aufgestellt. Dadurch konnte die Einrichtung des Hauses genau rekonstruiert werden.

Am Geburtstag des Meistes wird im Amsterdamer Theater Carré ein Musical über Rembrandts Leben uraufgeführt. Es wird bis einschließlich Februar 2007 zu sehen sein. Im Reichsmuseum vermittelt der britische Regisseur Peter Greenaway noch bis zum 4. August freitagabends mit einer Installation völlig neue An- und Einsichten der „Nachtwache“.

In vielen Museen in Amsterdam gibt es Rembrandt-Ausstellungen: Das Reichsmuseum präsentiert vom 11. August an bis zum Jahresende in zwei Abschnitten Zeichnungen Rembrandts - eine der größten Sammlungen der Welt. Das Jüdische Historische Museum in Amsterdam beschäftigt sich vom 10. November an mit dem „jüdischen“ Rembrandt. Rembrandt-Forscher sahen ihn teilweise als Jude an, weil er im jüdischen Viertel gewohnt und viele biblische Motive mit hebräischen Texten gemalt hat. Doch es ist unklar, welche Glaubensrichtung er verfolgte. In Leiden zeigt das Museum De Lakenhal vom 6. Oktober an Rembrandts Landschaften. Im Mauritshuis in Den Haag wird noch bis zum 18. September „ein Sommer mit Rembrandt“ verbracht. Neu restaurierte Werke sind zu bewundern.

Die Rembrandt-Begeisterung hat nicht nur Kunstliebhaber ergriffen, sie nährt auch die Wirtschaft. Allein in Amsterdam werden in diesem Jahr 430 000 zusätzliche Touristen und von ihnen gut 90 Millionen Euro Extra-Einnahmen erwartet. In der spektakulären Ausstellung „Rembrandt-Caravaggio“ wurden bis zu ihrem Ende am 18. Juni 400 000 Besucher gezählt.

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