Zweite Karriere im Rentenalter
Pianist des "Buena Vista Social Clubs" ist gestorben

Rubén González, der durch den Film „Buena Vista Social Club“ weltberühmt gewordene kubanische Pianist, ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Gonzáles sei am Montag den Folgen einer schweren Arthrose erlegen, die ihn bereits seit einem halben Jahr ans Bett gefesselt hätte, teilten seine Ärzte in Havanna mit. Bereits im Juli dieses Jahres war sein Buena-Vista-Kollege Compay Segundo im Alter von 95 Jahren gestorben.

HB HAVANNA. Der im April 1919 in der Stadt Santa Clara (rund 270 Kilometer südöstlich von Havanna) geborene González galt als eine der legendärsten Figuren der kubanischen Musik. Nach einer Klavierausbildung an der Musikhochschule von Cienfuegos liebäugelte er als junger Mann mit einer Karriere als Konzertpianist, entschied sich aber dann doch für den kubanischen Son. Ein Medizinstudium brach er wegen wirtschaftlicher Probleme 1941 ab. 1943 nahm er mit Arsenio Rodríguez seine erste Schallplatte auf. Bald wurde er auch über die Grenzen Kubas hinaus in Lateinamerika bekannt.

Nachdem sich González Ende der 80er Jahre bereits zur Ruhe gesetzt hatte, begann für den Musiker, der gar kein eigenes Klavier mehr besaß, 1996 eine neue Karriere. Auf seine alten Tage wurde er noch zum Weltstar. 1996 erschien das Solo-Album „Introducing Rubén González“ und ein Jahr später die von dem US-Pianisten Ry Cooder produzierte CD „Buena Vista Social Club“, auf der González zusammen mit Compay Segundo, Ibrahim Ferrer, Omara Portuondo, Eliades Ochoa und einigen anderen, meist älteren kubanischen Musikern zu hören ist. „Der großartigste Solopianist, den ich in meinem Leben gehört habe“, sagte Cooder über González.

Der Buena-Vista-CD folgte der gleichnamige Film von Wim Wenders, der González, Compay & Co. auch in Europa populär machte. Schon weit im Rentenalter, gingen die Buena-Vista-Stars noch auf internationale Tourneen. González trat zuletzt 2002 in Mexiko und in Kuba öffentlich auf. Danach verschlechterte sich sein Gesundheitszustand rapide. Zu der Arthrose kamen Lungen- und Nierenprobleme hinzu. „Er litt sehr, er sprach schon nicht mehr, aber er schaute mich mit einem tiefen Blick an, als bitte er Gott darum, ihn endlich gehen zu lassen“, sagte seine Witwe Eneida Lima der mexikanischen Zeitung „Reforma“.

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