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62. Berlinale: Kruger sorgt für königlichen Auftakt

Sie kennt die Studios von Hollywood und die Filmgrößen Frankreichs - nun ist sie zurück in der Heimat: Zum Start der Berlinale hat sich Diane Kruger als Revolutions-Königin Marie Antoinette auf der Leinwand präsentiert.

Die deutsche Schauspielerin Diane Kruger geht in Berlin mit dem Film „Leb wohl, meine Königin!“ an den Start. Quelle: AFP
Die deutsche Schauspielerin Diane Kruger geht in Berlin mit dem Film „Leb wohl, meine Königin!“ an den Start. Quelle: AFP

BerlinDie Jagd nach dem Goldenen Bären hat begonnen. Mit der Weltpremiere des französischen Revolutionsdramas „Leb wohl, meine Königin!“ ist am Donnerstagabend die 62. Berlinale eröffnet worden. Zum Auftakt des größten Publikumsfestivals der Welt kehrte eine deutsche Schauspielerin in ihre Heimat zurück, die es nach Hollywood geschafft hat und auch in Frankreich eine feste Größe ist: Die 35-jährige Diane Kruger („Inglourious Basterds“, „Barfuß auf Nacktschnecken“) spielt in dem Historiendrama die schillernde Königin Marie Antoinette - eine Frau mit ungeahnten Leidenschaften, die in den ersten Tagen der Französischen Revolution auch das Schicksal ihrer Dienerin und Freundin in der Hand hält.

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Die Filme im Wettbewerb der 62. Berlinale

  • Aus Deutschland

    „Barbara“ von Christian Petzold, mit Nina Hoss und Ronald Zehrfeld
    „Gnade“ von Matthias Glasner, mit Jürgen Vogel und Birgit Minichmayr
    „Was bleibt“ von Hans-Christian Schmid, mit Lars Eidinger und Corinna Harfouch

  • Aus USA und Kanada

    „Jayne Mansfield's Car“ von Billy Bob Thornton (USA), mit Robert Duvall, John Hurt, Kevin Bacon und Billy Bob Thornton
    „Rebelle“ von Kim Nguyen (Kanada)

  • Aus Frankreich

    „Les Adieux À La Reine“ („Farewell, My Queen“) von Benoît Jacquot, mit Diane Kruger und Virginie Ledoyen
    „À moi seule“ („Coming Home“) von Frédéric Videau
    „L'enfant d'en haut“ („Sister“) von Ursula Meier (Schweiz/Frankreich)

  • Aus Südeuropa

    „Cesare deve morire“ („Caesar Must Die“) von Paolo und Vittorio Taviani (Italien)
    „Tabu“ von Miguel Gomes (Portugal) - „Dictado“ von Antonio Chavarrías (Spanien)

  • Aus Südosteuropa

    „Metéora“ von Spiros Stathoulopoulos (Griechenland)
    „Csak a szél“ („Just The Wind“) von Benedek Fliegauf (Ungarn)

  • Aus Philippinen und Indonesien

    „Captive“ von Brillante Mendoza (Philippinen), mit Isabelle Huppert
    „Postcards From The Zoo“ von Edwin (Indonesien)

  • Aus Senegal

    „Aujourd'hui“ von Alain Gomis (Senegal)

  • Aus Dänemark

    „En kongelig affære“ („Die Königin und der Leibarzt“) von Nikolaj Arcel (Dänemark), mit Mads Mikkelsen

  • Außer Konkurrenz

    „Extrem laut und unglaublich nah“ von Stephen Daldry (Großbritannien/USA), mit Sandra Bullock und Tom Hanks
    „Bel Ami“ von Declan Donnellan und Nick Ormerod (Großbritannien), mit Robert Pattinson, Uma Thurman, Kristin Scott Thomas und Christina Ricci
    „Shadow Dancer“ von James Marsh (Großbritannien), mit Clive Owen
    „Flying Swords Of Dragon Gate“ von Tsui Hark (China)
    „The Flowers Of War“ von Zhang Yimou (China), mit Christian Bale

  • Berlinale Special (Auswahl)

    „Glück“ von Doris Dörrie (Deutschland), mit Alba Rohrwacher, Vinzenz Kiefer, Matthias Brandt und Oliver Nägele
    „Death Row“ von Werner Herzog (Deutschland)
    „In The Land Of Blood and Honey“ von Angelina Jolie (USA)
    „Young Adult“ von Jason Reitman (USA), mit Charlize Theron
    „Haywire“ von Steven Soderbergh (USA), mit Ewan McGregor, Michael Fassbender und Channing Tatum
    „Side by Side“ von Chris Kenneally (USA), mit Keanu Reeves
    „Ai Weiwei: Never Sorry“ von Alison Klayman (USA)
    „Keyhole“ von Guy Maddin (Kanada), mit Jason Patric, Isabella Rossellini und Udo Kier
    „La chispa de la vida“ („Der Funke des Lebens“) von Álex de la Iglesia (Spanien), mit Salma Hayek

Der französische Regisseur Benoit Jacquot („Schule des Begehrens“) bietet dem Zuschauer keine Geschichtslektion, sondern pralles, sinnliches und teils dezent ironisches Kino. Nach dem preisgekrönten Roman von Chantal Thomas schildert der Film die dramatischen Ereignisse zu Beginn der Revolution im Juli 1789 aus der Sicht der Diener im Schloss von Versailles. Dabei blickt der Zuschauer hinter die Kulissen von Pomp und Prunk - dorthin wo in den Dienstboten-Gemächern das Ungeziefer krabbelt und in den Seen des Schlossparks tote Ratten schwimmen.

Léa Seydoux („Midnight in Paris“) spielt die köngliche Vorleserin Sidonie Laborde, die „ihre“ Königin sehr verehrt und am Ende bereit ist, ihr Leben für die skrupellose Herrscherin zu riskieren. Virginie Ledoyen („8 Frauen“) ist in der Rolle der Herzogin Gabrielle de Polignac zu sehen - einer sehr intimen Vertrauten von Marie Antoinette. Das Leben der Königin endete neun Monate nach der Hinrichtung ihres Gatten Ludwig XVI. - im Film von Xavier Beauvois gespielt - im Oktober 1793 auf dem Schafott.

Das Leben von Marie Antoinette war Stoff von bereits zahllosen Filmen. Zuletzt ließ im Jahr 2006 zum Beispiel US-Regisseurin Sofia Coppola die Hollywoodschauspielerin Kirsten Dunst als verspielte, fast unschuldig wirkende Königin in einer pastelligen Pop-Version der Geschichte auftreten.

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