Kultur + Literatur

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Bekannter Drehbuchautor: Andy-Warhol-Weggefährte gestorben

Er wurde vor allem als Drehbuchautor zahlreicher Andy Warhol- Filme in den Jahren 1965 und 1966 bekannt. Jetzt ist der amerikanische Theater- und Drehbuchautor und Essayist Ronald Tavel im Alter von 67 Jahren gestorben.

HB BERLIN. Das teilten das Berliner Filmkunstkino Arsenal und das Theater Hebbel am Ufer (HAU), wo Tavel bis zum vergangenen Montag zu Gast war, am Freitag mit. Am Mittwoch habe man in Berlin die Nachricht erhalten, dass Tavel während seines Rückflugs von Berlin nach Bangkok gestorben sei. Der Leiter des Berliner HAU-Theaters, Matthias Lilienthal, und die Arsenal-Mitarbeiter reagierten in einer Pressemitteilung am Freitag mit großer Betroffenheit und Bestürzung auf die „schockierende und traurige Nachricht“.

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Tavel wurde vor allem als Drehbuchautor zahlreicher Andy Warhol- Filme in den Jahren 1965 und 1966 bekannt, so zum Beispiel von „The Life of Juanita Castro“, „Kitchen“, „Vinyl“ und „Horse“. 1965 arbeitete er gemeinsam mit dem Regisseur John Vaccaro und dem Künstler Jack Smith an der Bühnenfassung zweier Drehbücher Warhols. Diese Zusammenarbeit sei der Auslöser gewesen für die Gründung des wegweisenden „Theatre of the Ridiculous“, betonten Arsenal und HAU- Theater. Aus Tavels Feder stammen mehr als 40 Stücke, darunter „Gorilla Queen“, das auch ins Deutsche übersetzt wurde, und „Boy on the Straight-Back Chair“ (1969). Er veröffentlichte außerdem den Roman „Street of Stairs“ (Stufen/1969).

In Berlin hatte Tavel an Planungen für das Theater- und Filmfestival „Live Film! (Jack Smith)“ teilgenommen, einem im Herbst 2009 (28. Oktober bis 1. November) stattfindenden internationalen Festival, mit dem die Arbeit des amerikanischen Künstlers Jack Smith gewürdigt werden soll. Zusammen mit fast 50 anderen Künstlern und Kunsttheoretikern aus den USA und Europa hatte sich Tavel in Berlin in Filmvorführungen und Diskussionen den restaurierten Filmen Jack Smiths gewidmet, einer 1989 an Aids gestorbenen Schlüsselfigur des amerikanischen „Downtown“-Films und der Performance-Kunst. Tavel hatte bereits mit den Planungen für ein neues Stück begonnen, einer Hommage an Smith, die im Herbst im Rahmen des Berliner Festivals Premiere feiern sollte.

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