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Cartoons: Jugendrichter nimmt die Justiz aufs Korn

„Wir sind ja so ein trockener Haufen“, sagt Jugendrichter Tim Oliver Feicke über seine eigene Zunft. Der 40-Jährige scheint aber so gar nicht langweilig. Mit Humor und spitzer Feder nimmt er den Justizalltag aufs Korn.

In schwarzer Robe steht Jugendrichter Tim Oliver Feicke neben einer seiner gezeichneten Cartoonfiguren. Seit er denken kann, liebt der Jugendrichter Comics. Quelle: dpa
In schwarzer Robe steht Jugendrichter Tim Oliver Feicke neben einer seiner gezeichneten Cartoonfiguren. Seit er denken kann, liebt der Jugendrichter Comics. Quelle: dpa

ElmshornSeit er denken kann, liebt der Elmshorner Jugendrichter Tim Oliver Feicke Comics. Mit Asterix und Obelix lernte er lesen. Bald zeichnete er erste Cartoons selbst - für Familie, Freunde und auch für Schüler- und Studentenzeitungen. Inzwischen nimmt der 40-Jährige mit Humor und spitzer Feder auch den Gerichtsalltag aufs Korn. „Wir sind ja so ein trockener Haufen“, sagt Feicke. „Da hab ich mich gefragt, darf man über die Justiz Witze machen? Aber manche Sachen sind so komisch, da muss man einfach lachen.“ 

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Deswegen sammelt der Vater von vier Kindern auch kuriose Fälle, Stilblüten und lustige Verschreiber aus den Justizakten und zeichnet für eine Reihe juristischer Fachblätter. Während seine Familie und Freunde bei seinen Bilderwitzen aus den Gerichtssälen oft Erklärungsbedarf haben, können sich andere Richter und Staatsanwälte oft ausschütten vor Lachen. 

„Es sind Insider- und Branchenwitze“, sagt Feicke, „wie bei den Medizinern, aber nicht so böse.“ Dass die Kunst des Hamburgers ankommt, zeigen Nachfragen aus ganz Deutschland. Feicke hat im Selbstverlag das Buch „Komme nicht zum Termin, bin in Südsee: Aktenperlen aus der Justiz“ herausgegeben. Ein zweites „Habt ihr nichts besseres zu tun?“ ist in Arbeit. Seine Karikaturen finden sich in Fachzeitschriften von Richtern, Notaren, Rechtsanwalts und Notar-Fachangestellten. Auch Buchautoren mögen seine Kunst. So illustrierte er einen humorvollen Ratgeber über Führungsregeln und liefert die Illustrationen für ein Kinderbuch eines österreichischen Autoren. 

Feickes etwa DIN-A4-großen Justiz-Cartoons hängen in den Fluren des Elmshorner Amtsgerichts. „Das ganze Haus ist wie eine Galerie“, freut sich Justizhauptwachtmeister Peter Bunkrad. Seine Karikaturen waren auch schon im Hamburger Haus der Gerichte und im Justizzentrum von Stendal zu sehen. Weitere Ausstellungen sind geplant. 

Eines seiner Lieblingscartoons ist „Neue Jobs in der Justiz - Dolmetscher für Jugendsprache“ untertitelt. Da will ein Richter von einem Jugendlichen wissen, was er denn so in der Freizeit macht. Weil der nicht versteht, wird übersetzt: „Yo, Digga, der Top-Master will von Dir wissen, wo du und die Homies korrekt chillen ...“ 

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